01. Februar 2019, 11:00 Uhr

Lieblingsplatz

Lieblingsplatz in der Natur: Bad Nauheimer Rosenexpertin über ihre Hobbyzucht

Die in Steinfurth lebende Rosenexpertin Sabine Ruf liebt Schafe und hält selbst einige am Waldrand. Dort, oberhalb des Dorfes bei den gemütlichen Vierbeinern, ist ihr Lieblingsplatz in der Wetterau.
01. Februar 2019, 11:00 Uhr

Ich liebe Schafe und war die treibende Kraft, dass wir uns welche angeschafft haben«, erzählt Sabine Ruf. Wir sind auf dem Weg zu ihrem Lieblingsplatz am Waldrand in Steinfurth, oberhalb ihres und ihres Mannes Bioland-Rosenbetriebs. »Ich wollte gerne Schafe, die sich streicheln lassen und pflegeleicht sind, deshalb haben wir eine robuste Rhönschaf-Mischung, ein Coburger Fuchsschaf ist eingekreuzt.«

Sabine Ruf streichelt ihre Schafe gerne. Und die lassen es geschehen. (Fotos: ach)
Sabine Ruf streichelt ihre Schafe gerne. Und die lassen es geschehen. (Fotos: ach)

Die Schafzucht war ursprünglich nicht »just für fun«. Die Vierbeiner sollten eigentlich den Habicht vertreiben, damit der nicht die Hühner am Hühnermobil holt. So eine Art Wettrüsten gegen den Habicht sei es, aber der lasse sich inzwischen nicht mehr von den gemütlichen Paarhufern vertreiben. »Auch wenn wir eine Scheuche aufstellen, einen Spiegel auslegen oder ein Radio einschalten, nach ein paar Tagen, weiß der Habicht Bescheid«, sagt die Rosenbäuerin. Mittlerweile hat Familie Ruf zwei Hühnermobile mit 440 Hennen, denn der Eierverkauf ist ein wichtiges Standbein des Betriebes. Produziert werden bis zu 190 Eier am Tag. Der Verkauf erfolgt ab Hof, und die Rufs beliefern den Biomarkt in Bad Nauheim.

 

Bei Schaf-Zwillingsgeburten dabei gewesen

Drei alte Schafe und drei einjährige Lämmer stehen auf der Wiese am Waldrand. Sie haben dort einen Holzunterstand und einen Heu-Futtertrog. Sabine Ruf hat von Frieder Beyer, einem Schafhalter aus Nordhessen, ein Gotlandschafböckchen ausgeliehen und will ihre Schafe decken lassen. Noch hat sich nichts getan, aber in etwa fünf Monaten könnte es Lämmchen geben.

Im vergangenen Jahr war Ruf bei zwei Schaf-Zwillingsgeburten dabei. »Da habe ich meinen Neffen angerufen, der einen Milchschafhof in Baden-Württemberg hat, und gefragt, was ich machen soll«, erzählt sie. Das sei aufregend gewesen, aber letztendlich hätten die Mutterschafe alles alleine geschafft.

 

Schafzucht ist ihr Hobby

Die Schafzucht ist Sabine Rufs Hobby. Nach dem Abitur hat die Schwäbin aus der Stuttgarter Gegend eine Gärtnerausbildung mit Fachrichtung Baumschule absolviert. Zudem hat sie ein Gartenbaustudium begonnen, aber nicht abgeschlossen. Während der Ausbildung hat sie ihren Mann Werner Ruf kennengelernt und ist mit ihm nach Hessen gezogen, wo die Familie die biologisch arbeitende Rosenschule betreibt. Der Sohn wird den Betrieb übernehmen. »Die Hühnermobile zu betreiben, das war die Idee unseres Sohnes«, berichtet Ruf.

Nach ihrem Arbeitstag in der Rosenschule geht sie zu ihren Schafen, um sich zu entspannen, gerne auch mal den Sonnenuntergang zu beobachten, bevor sie dann zu Hause noch »das Administrative« erledigen muss. Die kurze Auszeit sei »beruhigend und schön«. Von der Schafskoppel hat sie einen herrlichen Blick auf Steinfurth, die Höfe, Felder, Hecken, Obstbäume und den Waldrand mit seinen vielen Moosen. Im Sommer blühen auf der Wiese nebenan Blumen, und vom eigenen Hof unten leuchten die Rosen herauf.

 

Sascha, Bascha und Kascha

Wir sind an der Schafsweide angelangt. Sabine Ruf, stellt den Strom aus, damit wir über den Zaun steigen können. »Mäh, Mäh« ruft sie die friedlich kauenden Tiere, die auch gleich kommen, denn sie hoffen auf Futter. Schafe seien Feinschmecker.

»Sie haben zwar Namen – Sascha, Bascha, Kascha –, aber so rufe ich sie nicht.« Sabine Ruf streichelt ihre zutraulichen Freunde. »Das hier ist ein Schmuserle.« Sogar das Gotland-Böckchen mit den kecken Hörnern ist neugierig und möchte eine Streicheleinheit. »Schafe haben was Gemütliches«, findet Sabine Ruf. Im Mai hat sie ihre Vierbeiner von einer Schäferin scheren lassen, dann seien sie plötzlich ganz dünn gewesen. Jetzt haben sie wieder ihr dickes Winterfell. »Ich liebe die Wolle und stricke gerne. »Wenn ich mal eine alte Omi bin, kaufe ich mir ein dänisches Spinnrad und spinne.« Die Ideen gehen der Rosenbäuerin so schnell nicht aus.

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