01. März 2019, 20:26 Uhr

Lieber bauen als bolzen

01. März 2019, 20:26 Uhr
Zu teuer für einen Bolzplatz, finden die Gemeindevertreter. Diese Fläche im Baugebiet »Mockstädter Höhe« wird daher verkauft.

Bauangelegenheiten bildeten den Schwerpunkt der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter im Bürgerhaus Ranstadt. Unter anderem standen der An- und Verkauf von Grundstücken, die Verlängerung einer Baugenehmigung und die Erschließung des neuen Gewerbegebiets an.

Bereits in der vergangenen Sitzung hatte der Verkauf eines Grundstücks im Baugebiet »Mockstädter Höhe« auf der Tagesordnung gestanden. Im Januar wurde der Antrag in den Bau- und Umweltausschuss überwiesen und dort mehrheitlich abgelehnt, berichtete Ausschussvorsitzende Rita Herche (FW). Hintergrund für die kontroverse Diskussion war, dass es sich bei dem 1750 Quadratmeter großen Grundstück um eine nicht erschlossene Grünfläche handelt, die ursprünglich für den Bau einer Straße freigehalten wurde und derzeit als Bolzplatz genutzt wird.

»Die Bedenken der Anlieger sind verständlich«, betonte Christian Seitz (SPD). Dieses Grundstück biete sich allerdings für eine Abrundungssatzung an, wie sie bereits in anderen Ortsteilen vom Parlament bewilligt worden war. »Es ist ein einfacher und unkomplizierter Weg, Bauwilligen zu Eigentum zu verhelfen, und wir könnten das Geld gut gebrauchen«, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung. Der Verkaufserlös von 184 700 Euro könnte etwa in den Bau einer Multifunktionshalle, von Spielplätzen oder in das Tilgen von Schulden investiert werden. Auch Christian Loh, Fraktionsvorsitzender der CDU, verwies auf die finanziellen Vorteile für die Gemeinde: »Der Interessent ist bereit, auch die Erschließung zu bezahlen. Das ist für die Gemeinde kein Nachteil.«

Michael Strecker (FW) sprach sich in einem Ergänzungsantrag dafür aus, das Grundstück auszuschreiben. Es habe bereits vorher Interessenten gegeben; die Gemeinde habe sich diesen gegenüber ablehnend verhalten. Zudem solle ein Punktesystem erarbeitet werden, »um die Vergabe sauber, transparent und fair zu gestalten« Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel (SPD) befürwortete ein Punktesystem prinzipiell, sah es in diesem Fall eines geschlossenen Baugebiets allerdings als juristisch nicht anwendbar an, da die Vergabe der anderen Bauplätze ohne Punktesystem erfolgte. Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde der Ergänzungsantrag bei Stimmengleichheit abgelehnt. In namentlicher Abstimmung sprach sich die Mehrzahl der Gemeindevertreter für den Verkauf der Fläche aus.

Grünland wird nicht angekauft

Mit zehn Nein- und acht Ja-Stimmen wurde hingegen der Ankauf eines Grundstücks in der Gemarkung Dauernheim abgelehnt. Die 12 500 Quadratmeter große Grünlandfläche sollte als Tauschfläche, Fläche für Naturschutzmaßnahmen oder als Ersatzmaßnahme bei Bauland dienen, erläuterte Reichert-Dietzel, die sich vom Abstimmungsergebnis enttäuscht zeigte. »Es besteht die Gefahr, dass wir das Gelände am Kindergarten Dauernheim von der Hessischen Landgesellschaft nicht rechtzeitig für die Erweiterung zur Verfügung gestellt bekommen, wenn wir nicht genügend Ausgleichsflächen haben. Wenn dann Kinder im Sommer nicht in den Kindergarten aufgenommen werden können, ist die Gemeinde regresspflichtig«, sprach sie mögliche Auswirkungen an, die teurer als die 10 000 Euro Kaufpreis sein können. (Foto: ini)

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