21. August 2017, 20:28 Uhr

Lieber Ed Sheeran als Mathe

21. August 2017, 20:28 Uhr
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Von Holger Hachenburger
Fühlen und Riechen: die Kinder der Pfarrei St. Maria Magdalena testen ihre Sinne.

Wenn es tönt »Wer sind wir? Rüpelhafte Rüpel.« oder »Was machen wir aus der anderen Mannschaft? Hackfleisch«, dann ist wieder Ferienspielzeit der katholischen Pfarrgemeinde. Ursprünglich für die Kita-Kinder konzipiert, erfreut sich das Angebot immer größeren Zuspruchs, mittlerweile sind selbst 14-Jährige dabei. Zum zweiten Mal fand das Programm unter dem Dach der städtischen Jugendpflege 4.0 statt, was durchaus differenziert beurteilt wurde. Einerseits stehe den Kindern ein immenses Angebot von nun vier Kommunen mit einem zentral koordinierenden Team zur Seite, anderseits werde aber die eine oder andere Eigenproduktion etwas ausgedünnt. Dennoch sorgten sechs Themen dafür, dass es eine Woche lang mit den neun Betreuern vieles zu entdecken gab.

Die Kinder betätigten sich kreativ, betätigten sich als Ballzauberer oder probten schon mal für ihr erstes Musikvideo. Doch zunächst wurde das Pfarrheim zur Piratenfestung. Wer ein richtiger Pirat sein wollte, legte sich einen furchterregenden Namen inklusive Schlachtruf zu, bevor es auf Schatzsuche ging. Der Schlüssel zur Truhe führte durch Labyrinthe und über das Knacken von Logikrätseln. »Was hat die Krake mit ihren acht Armen auf dem Weg zu suchen«, fragten sich die Kids, um Begriffe aus der Welt der Piraten zu erraten. Und als Säbel, Papagei oder Augenklappe identifiziert waren, fanden die Abenteurer schließlich den wahren Schatz: eine Kiste voller Süßigkeiten.

»Lieber Ed Sheeran als Mathe«, schwärmte ein Mädchen gleichermaßen für den britischen Sänger wie für kleine nordische Wesen. Im Kinderfilm »Trolls« wird gekuschelt, gesungen und getanzt. So auch im Pfarrheim zu dessen Titelsong, aktuellen Charts oder Jazzdance. Bei den choreografischen Übungen herrschte dort eine Atmosphäre, »als würde Justin Timberlake ein Musikvideo drehen«. An Kreativität mangelte es auch den Kindern beim Batiken nicht, schnell hatten sie die Techniken hierzu raus. »Batik-Motive sind diesen Sommer angesagt«, sagt Karin Würz. Ganz gleich, ob mit einem großen oder kleinen Knoten, ob mit einer oder mehreren Farben: Es entstanden wieder einzigartige T-Shirts und Baumwolltaschen.

Mit verbundenen Augen in eine Zitrone zu beißen und den sauren Geschmack zu testen, war vergleichsweise einfach, Rindenmulch zu ertasten, hingegen eine Herausforderung. Beim Nachmittag der Sinne machten Zwei- bis Fünfjährige ganz neue Erfahrungen. An Seifen riechen, das Rascheln von Kieselsteinen hören oder sehen, wie Brötchen gebacken werden, führte bei den Kleinen zu staunenden Gesichtern, aber auch anschaulichen Erlebnissen. Das Getreide zum Brötchen nahmen sie auf einem Weizenfeld unter die Lupe, und als es um die Zutat Milch ging, musste des Nachbars Ziege als Demonstrationsobjekt herhalten. (Foto pv)



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