Die Frage, ob Fotografie Kunst ist, wurde am Freitagabend in der voll besetzten Kulturscheune der Apfelweinstraußwirtschaft »Zum Gerippte« mit einem eindeutigen »Ja« beantwortet. Bei der Vernissage für die Ausstellung mit Fotografien von Loni Schuchardt gab es viel Lob für die außergewöhnlichen Motive, welche die WZ-Mitarbeiterin während der diesjährigen Saison zeigt.

»Lichtimpressionen und mehr – Fotografien aus besonderem Blickwinkel« ist der Titel der Ausstellung, der für Kurator Harald Schuchardt genau das ausdrückt, was die Arbeiten seiner Ehefrau auszeichnet: »Sie hat besondere Blickwinkel, besonderes Licht und besondere Momente festgehalten.«

Speziell getextete Lieder

Seine These erläuterte Schuchardt anhand einiger der gezeigten Bilder, deren Motive auf den ersten Blick oft nicht sofort zu erkennen sind, wie der »leuchtende Stern«. Dieser stand bei der Luminale vor der Frankfurter Messe. Jedoch nahm Loni Schuchardt nur einen Teil des Kubus, der von Studenten zusammen mit der Firma Osram entwickelt wurde, auf.

Bei der Verfremdung des Frankfurter Römers durch eine Lichtinstallation hat die Fotografin exakt die Sekunde getroffen, in der die gelben Strahlen scheinbar aus der Uhr des Römers heraustreten. Verfremdet hat die Fotografin an der Aufnahme nichts. Das gilt für alle Exponate, wie die »Ente von Malente«, dem Lieblingsbild von Wirtin Eva-Maria Scharf, aber auch von vielen Besuchern der Vernissage. Mehrmals ging die Fotografin an den See der schleswig-holsteinischen Stadt, vor allem in den Abendstunden. »Irgendwann hatte sich ihre Geduld ausgezahlt. Sie sah die Ente im leicht welligen Wasser, in dem sich der rote Himmel unmittelbar nach dem Sonnenuntergang spiegelte. Für Loni war klar: Das gehört in diese Ausstellung«, sagte ihr Ehemann.

Gleiches gilt auch für die ebenfalls in Malente entstandene Aufnahme »Spiegelwald«. »Sie sieht ihre Motive nicht nur, sie spürt sie förmlich. Loni hat eine Geduld, die ich nie haben werde«, so der Laudator, der abschließend feststellte: »Das ist Kunst. Es ist die Fähigkeit, Dinge zu sehen und aufzunehmen, die andere so niemals wahrnehmen würden.«

Diese Aussage konnten sich Eva Scharf, Ortsvorsteher Günther Weil und Bürgermeister Dirk Antkowiak, der zusammen mit der Ersten Stadträtin Marion Götz gekommen war, nur anschließen. »Deine Bilder haben was an sich. Sie sind gestaltet wie gemalt«, sagte Weil, während Antkowiak bekannte, »dass ich diese Bilder genieße.« Gelobt wurde auch Eva Scharf, die von Weil mit der Ehrennadel des Ortsvorstehers ausgezeichnet wurde, ist dies doch schon die 15. Ausstellung in der Scheune.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von WZ-Redakteur Jürgen Wagner und dem Wetterauer Kulturpreisträger Martin Schnur. »Jetzt kommt Loni, you are the one and only mit dem Foto in der Hand«, sang Wagner. Auch Schnur hatte eine musikalische Laudatio bereit: »Wer hat sich das nur ausgedacht und die Wände damit voll gemacht. Das ist Loni«. Beide Musiker unterhielten nach dem offiziellen Teil die Besucher. Neben seinen bekannten Songs spielte Schnur auf seiner »Spezialgitarre mit musikalischem Schaumschläger« – einem aufgesetztem Handrührer – erstmals den »Wetterauer Flamenco«. Wagners Song »Grie Soß und en gute Schoppe Äbbelwoi« passte schließlich genau in die Gerippte-Scheune.

Die Ausstellung »Lichtimpressionen« kann bis einschließlich 8. September während der Öffnungszeiten des Gerippten, donnerstags bis sonntags sowie vor den Feiertagen ab 17 Uhr besichtigt werden. An den Feiertagen, außer Pfingsten, öffnet die Apfelweinstraußwirtschaft bereits um 11.30 Uhr.

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