13. September 2019, 20:32 Uhr

Lernen, wie man Leben rettet

13. September 2019, 20:32 Uhr
Schon die ersten Minuten sind entscheidend, wenn ein Mensch wiederbelebt werden muss. Üben kann man das an einem Dummy. Auf was man bei der Reanimation achten muss, zeigen Experten des GZW am Montag und am Mittwoch in Bad Nauheim. (Symbolfoto: dpa)

»Zwischen 100 und 150 Mal täglich wird allein in Deutschland ein Mensch reanimiert, hochgerechnet aufs Jahr beträgt die Quote 50 bis 80 Reanimationen pro 100 000 Einwohner.« Das geht aus einer Pressemitteilung des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) hervor, in der auf die anstehende Woche der Reanimation hingewiesen wird. In Bad Nauheim bietet das GZW dazu Termine am Montag und am Mittwoch an.

Von einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind Menschen aller Altersgruppen betroffen, auch wenn naturgemäß die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls mit zunehmendem Alter steigt. Tritt ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein, ist äußerste Eile geboten, denn bereits nach wenigen Minuten stirbt das menschliche Gehirn unwiederbringlich ab. Was Laien tun können, um die Zeit bis zum Eintreffen eines Rettungsdienstes zu überbrücken, demonstrieren die Anästhesiologen des Gesundheitszentrums Wetterau mit Unterstützung durch die Johanniter-Unfall-Hilfe am Montag, 16. September, und Mittwoch, 18. September, jeweils von 10 bis 16 Uhr am Aliceplatz beziehungsweise in der Bad Nauheimer Fußgängerzone.

Mehr Menschen zeigen Einsatz

»Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation« lautet der Slogan der diesjährigen Aufklärungskampagne. Hinter dieser stehen der Berufsverband Deutscher Anästhesisten, die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und die Stiftung Deutsche Anästhesiologie. Ihr Ziel: Noch mehr Laien zu ermutigen und zu befähigen, im Ernstfall ohne Zögern mit der Herzdruckmassage zu beginnen.

»Rettungsdienste in Deutschland sind bemüht, mit Blaulicht innerhalb weniger Minuten beim Patienten zu sein«, erläutert der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie im GZW, Dr. Uwe Hohmann. Um das sogenannte »therapiefreie Intervall« möglichst zu verkürzen, seien Ersthelfer gefragt. Seit dem Start der Kampagne »Ein Leben retten« im Jahr 2012 habe die Zahl der Menschen, die bei Herz-Kreislauf-Stillstand eines anderen Menschen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begännen, deutlich zugenommen: Innerhalb kürzester Zeit habe sich die Quote von 17 auf 40 Prozent mehr als verdoppelt. »Häufig ist es die Angst, einen Fehler zu machen, die Menschen im Ernstfall daran hindert, aktiv zu werden. Hier setzt die Kampagne ›Ein Leben retten‹ an. Sie will helfen, das Selbstvertrauen der Menschen in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer zu stärken. Kristallisationspunkt der Kampagne ist die alljährliche ›Woche der Wiederbelebung‹, die in diesem Jahr vom 16. bis 21. September terminiert ist«, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Am Aliceplatz werden die GZW-Anästhesiologen gemeinsam mit den Johannitern am Montag, 16. September, ihren Stand aufbauen. Zwischen 10 und 16 Uhr liegen dort Werbe- und Lernmaterialien bereit. Anästhesiologen werden zeigen, wie vergleichsweise einfach es ist zu helfen. Erläutert werden das Befolgen der drei Schritte »prüfen, rufen, drücken« sowie speziell das Ausführen der 100 Thoraxkompressionen pro Minute (in der Regel ohne Mund-zu-Mund-Beatmung), wobei Letzteres am Dummy erprobt werden kann. Diejenigen, die am Montag keine Zeit haben, dürfen am Mittwoch, 18. September, an die Stele in der Fußgängerzone kommen, wo die Informationsveranstaltung zwischen 10 und 16 Uhr ein weiteres Mal angeboten wird.

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