30. Oktober 2019, 20:01 Uhr

Leidenschaft für Bühne und Literatur

30. Oktober 2019, 20:01 Uhr
Mit viel Gestik, Mimik und einem passenden Hut widmet sich Dieter Körber beim Literaturtreff« den Texten. (Foto: cf)

Was wäre das Leben ohne Überraschungen? Langweilig! Im voll besetzten »Kuhtelier« begrüßte Hausherr Peter Mayer das gespannte Publikum zum außerplanmäßigen »Literaturabend der besonderen Art«. Der Titel der Veranstaltung lautete vielversprechend »Literatur trifft Saxofon«. Es traten drei kreative Künstler auf, um die Freunde der Literatur und Kunst mit einem abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Programm zu unterhalten. Überraschungsgast des Abends war der Rendeler Dieter Wierz am Klavier. »Ich bin der Notstopfen in Folge eines gefallenen Mädchens«, stellte er sich vor. Beim »gefallenen Mädchen« handelte es sich im wahrsten Sinn des Wortes um eins.

Und zwar hatte sich Nicola Piesch am Tag zuvor bei einem Sturz den Ellenbogen gebrochen. Und konnte so nicht wie geplant Saxofon spielen. Da ihre Stimmbänder intakt geblieben sind, wechselte sie das Genre und trat als Sängerin auf. Dritter im Bunde war der Schauspieler und Germanist Dieter Körber. Der Vorsitzende des Literaturtreffs las, musikalisch und gesanglich begleitet von Wierz und Piesch, drei Texte von den Autoren Daniel Kehlmann, Wolfgang Borchert und Anton Tschechow vor.

Körber hatte nach einer Ausbildung zum Reproduktionstechniker mit der Weiterbildung zum Fach-Kaufmann von 1957 bis 1960 an der Kraus-Schule in Wien Schauspiel studiert und Engagements im Theater Kärntner-Ring. »Ich hatte mit 19 Jahren geheiratet und war Vater von zwei Kindern. Da ich meine Familie mit den Engagements nicht ernähren konnte, bin ich zurück in den Brotberuf gegangen. Später habe ich dann noch in Frankfurt Germanistik und Philosophie studiert, nebenbei immer wieder auf der Theaterbühne gestanden«, berichtete Körber.

An diesem Abend verband er seine beiden Leidenschaften, Bühne und Literatur, miteinander. Mit sparsamer, gezielt eingesetzter Gestik, ausdrucksstarker Mimik und wohltönender Stimme nahm er seine Zuhörer mit in spannende Geschichten. In der Kurzgeschichte »Pyr« von Daniel Kehlmann berichtet ein Pyromane aus seinem ereignisreichen Leben. »Ich bin ihr Albtraum«, bekennt der Ich-Erzähler freimütig, der ein Loblied auf »Feuer, die chemische Ekstase der Welt« hält. »An dieser Geschichte hat mich die Absurdität des Themas Feuer und dessen Verehrung neben der auf den Kopf gestellten Chronologie- von heute zurück ins 19. Jahrhundert, angesprochen«, erläuterte Rezitator Körber.

Nächster Treff im November

In der Kurzgeschichte »Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels« von Wolfgang Borchert dreht sich alles um das Aufeinandertreffen eines höflichen Kellners und eines aufbrausenden Onkels. Nebenbei liefert der Autor eine humorige Betrachtung zum Selbstbewusstsein zweier konträrer Persönlichkeiten. »Hier hat mich der Wortwitz eines Autors gereizt, der, den Tod vor Augen, so einen leichten, humorvollen Text schrieb.«

Die Nächste Veranstaltung des Literaturtreffs wird am Freitag, 15. November, um 19.30 Uhr unter dem Titel »Leo Frobenius und der Mythos vom Heiligen Königsmord« stattfinden. 1898 gründete Frobenius in München ein Afrika-Archiv, das er 1925 nach Frankfurt übersiedelte. Das Forschungsinstitut für Kulturmorphologie ist heute als das angesehene Frobenius-Institut Teil der Frankfurter Goethe-Universität. Das Verhältnis von Kaiser Wilhelm zu Leo Frobenius habe Ähnlichkeit mit dem des Karbener Lehnstuhlforschers Moritz von Leonhardi mit dem Missionar Carl Strehlow. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Karbener Geschichtsverein durchgeführt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Anton Pawlowitsch Tschechow
  • Daniel Kehlmann
  • Germanistinnen und Germanisten
  • Johann Wolfgang Goethe-Universität
  • Körber AG
  • Peter Mayer
  • Saxofon
  • Wolfgang Borchert
  • Karben
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.