17. November 2019, 20:13 Uhr

Lebensentwürfe auf den Kopf gestellt

17. November 2019, 20:13 Uhr
Prof. Friedrich Grimminger (r.) gratuliert Alexander Block. (pv)

Es gibt Erkrankungen, die »gutartig« sind und doch durch Beschwerden Lebensentwürfe von Menschen auf den Kopf stellen können. Zu dieser Gruppe gehören die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Auf die Therapie und sozialmedizinische Betreuung Betroffener hat sich Internist Alexander Block vom Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) in Bad Nauheim spezialisiert. Jetzt wurde er durch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zertifiziert.

Laut Schätzungen sind in Deutschland 320 000 Menschen an CED erkrankt. Die eine Hälfte leidet an Morbus Crohn, die andere an Colitis ulcerosa. Männer und Frauen sind fast gleich oft betroffen, Menschen jeden Alters können erkranken. Häufig sind Betroffene zwischen 15 und 35 Jahre alt, wenn CED erstmals auftritt. Die Ursachen sind nicht bekannt, es wird vermutet, dass die Entwicklung begünstigt wird, wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen erbliche Veranlagung, Infekte, Ernährung, Rauchen, Beeinträchtigungen der Schleimhautbarriere des Darms sowie Fehlregulationen des Immunsystems.

Beim Morbus Crohn entzündet sich die Schleimhaut des Verdauungstrakts. Im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, bei der sich nur die oberflächlichen Schleimhautschichten entzünden, breitet sich der Prozess bei Morbus Crohn auch auf die tieferen Schichten der Darmwand aus und kann Lymphknoten und die Befestigung des Darms betreffen. Die Krankheit kann an jeder Stelle des Verdauungstrakts auftreten. Sie breitet sich nicht kontinuierlich, sondern abschnittsweise aus.

Die Erkrankung verläuft schubweise: Phasen mit mehr oder weniger starken Beschwerden wechseln mit Phasen ab, in denen der Patient keine oder nur wenige Symptome spürt. Bei einem akuten Schub haben die Patienten Bauchschmerzen und Durchfall. Die Bauchschmerzen sind oft im rechten Unterbauch am stärksten, wo sich der letzte Abschnitt des Dünndarms befindet.

Während bei der Colitis ulcerosa Durchfälle häufig blutig sind, enthalten sie bei Morbus Crohn meist kein Blut. Zudem leiden viele Patienten unter Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit. Einige Patienten verlieren Gewicht, haben Fieber. Sind Darmabschnitte befallen, in denen Nahrung aufgenommen wird, können Mangelerscheinungen oder Verdauungsstörungen auftreten.

Alexander Block hat sich auf diese Erkrankungen - von Erstdiagnostik bis therapeutischer und sozialmedizinischer Betreuung - spezialisiert und wurde nun von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zertifiziert. Prof. Friedrich Grimminger, Ärztlicher Direktor des GZW, gratulierte Block und betonte, die fachliche Spezialisierung von Ärzten gebe ihren Patienten die größte Sicherheit und Versorgungsqualität.

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