06. Juli 2017, 13:00 Uhr

Kreisbrandinspektor

Lars Henrich seit einem Jahr im Amt

Lars Henrich ist der Herr über 140 Feuerwehren. Seit einem Jahr ist der Ortenberger Kreisbrandinspektor. Ein Rückblick mit Ausblick.
06. Juli 2017, 13:00 Uhr
Ein Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro entsteht im Dezember 2016 in Büdingen beim Brand einer Lagerhalle. Wie Lars Henrich sagt, sei der Einsatz in der Orleshäuser Straße sein bisher größter als Kreisbrandinspektor gewesen. (Fotos: prw)

Der größte Einsatz in den vergangenen zwölf Monaten, sagt Lars Henrich, sei das Großfeuer in Büdingen in der Orleshäuser Straße gewesen. Dort hatte am 3. Dezember 2016 eine Lagerhalle gegenüber der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Feuer gefangen. Schaden: rund 1,5 Millionen Euro. »Zum Glück kam niemand ernsthaft zu Schaden«, erinnert sich der Kreisbrandinspektor des Wetteraukreises. Er ist seit einem Jahr im Amt.

Am 1. Juli des vergangenen Jahres hatte der Ortenberger den Posten von seinem Vorgänger Otfried Hartmann übernommen, der nach fast 23-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand gegangen war. Seither ist Henrich Vorgesetzter von 140 Feuerwehren und 25 Städten und Gemeinden. Das erste Jahr »war eine spannende Erfahrung«, sagt er. »Ich bin zwar nicht unvorbereitet in diese Funktion gekommen. Das Ausmaß der Verwaltungstätigkeit hat mich dann doch etwas überrascht.« Dazukommen die Einsätze, die mitunter auch nächtlichen Einsatz fordern.

Lars Henrich
Lars Henrich

Mindestens ein- bis zweimal die Woche würde er seit Amtsantritt nachts rausgeklingelt, sagt Henrich. »Seit Jahresbeginn wurden wir vonseiten des Brandschutzaufsichtsdienstes 86-mal kontaktiert, da wir aufgrund der Einsatzlage mitalarmiert wurden.« Beim Thema Brandschutzaufsichtsdienst gibt es seit Anfang des Jahres eine neue Regelung, die für planbare Freizeit sorgen soll. Es »wurde ein Dienstplan initiiert, um ggf. für die ehrenamtlichen Kreisbrandmeister, aber auch für meinen Stellvertreter und mich ein paar planbare freie Wochenenden zu erwirken«, berichtet Henrich, der parallel zu seiner Tätigkeit als Kreisbrandinspektor die Ausbildung zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst absolviert.

Doch nicht nur persönlich bildet sich der 40-Jährige weiter, auch die Feuerwehren will er für die Zukunft fit machen. »Aktuell arbeiten wir mit den Kommunen Butzbach, Nidda, Gedern und kreisübergreifend mit dem Landkreis Gießen zusammen in der interkommunalen Beschaffung, etwa bei Drehleiterfahrzeugen.« Den Bereich wolle er gerne noch weiter vorantreiben. »Das würde Kostenersparnisse für alle beteiligten Kommunen bringen.« Zudem wolle er noch einmal den Versuch starten, eine einheitliche Beschaffung der Dienst- und Schutzkleidung für die Einsatzkräfte anzustoßen.

Beim spannenden Thema Einsatzbereitschaft und der Frage, ob es Überlegungen gebe, mehrere Feuerwehren zusammenzulegen, gibt sich Henrich diplomatisch. »Das kann man pauschal nicht sagen. Das hängt von den Strukturen und von der geografischen Lage der Kommune ab.« Die Kommunen müssten die Zehn-Minuten-Hilfsfrist und die Anforderungen der Einsatzkräfte in jedem Ausrückebereich der Feuerwehren berücksichtigen. Wenn in Kommunen aber mehrere Ortsteile eng zusammenhingen und dort auch ein Neubau geplant sei, »sollte man es zumindest prüfen«.

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