Wetterau

Lange ausgestorbener Fischotter in der Wetterau gefunden

Er galt in Hessen lange Zeit als ausgestorben: Der Fischotter. Jetzt ist eines der Tiere in der Wetterau gefunden worden.
05. November 2019, 08:00 Uhr
Anna-Luisa Hortien
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Seit ein paar Jahren gibt es wieder Fischotter in Hessen. Jetzt ist auch ein Tier in der Wetterau gefunden worden. (Symbolfoto: dpa)

Es ist eine traurige und sensationelle Nachricht zugleich: Zwischen Wölfersheim und Echzell ist ein toter Fischotter gefunden worden.Vermutlich ist das Tier angefahren worden. Wie er überhaupt in die Wetterau gekommen ist, wird derzeit noch untersucht.

Andrea Schneider aus Grund-Schwalheim hatte das Tier am Wochenende am Schwelteich zwischen Wölfersheim und Echzell gesehen und den Fund einem Naturschützer gemeldet. Wie alt das Tier ist und ob es schon länger in dem Gebiet gelebt hat, kann Stefan Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) aktuell noch nicht sagen. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Echzell und beschäftigt sich unter anderem mit dem Schutz bedrohter Arten.

Wetterau: Fischotter wegen Pelz gejagt

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Fischotter wegen ihres extrem dichten Felles gejagt. Zudem wurden sie als Schädlinge an Fischteichen bekämpft, und viele Fischotter ertranken in Fischreusen. »In vielen Teilen Deutschlands gilt die Tierart nach wie vor als ausgestorben«, sagt Stübing.

Erst in den vergangenen fünf Jahren hätten sich wieder Fischotter in Hessen gezeigt. Zunächst im hessischen Teil des Spessarts, später auch im Vogelsberg und im Schwalm-Eder-Kreis. Stübing vermutet, dass das in der Wetterau gefundene Tier aus einer dieser Regionen kommt. »Einzelne Tiere können durchaus weite Strecken zurücklegen, auch abseits von Gewässern über Ackerland und durch den Wald«, sagt der Biologe. Es könnte der Versuch eines Einzeltieres gewesen sein, sich in der Wetterau anzusiedeln.

»Deshalb wollen wir herausfinden, ob es vielleicht noch mehr Fischotter in der Wetterau gibt, die bisher nicht bemerkt worden sind«, sagt Stübing. Der Fischotter hinterlässt ganz charakteristische Spuren, die auch noch nach Wochen und Monaten nachweisbar sind. Er markiert zum Beispiel sein Revier unter Brücken mit Kot und Drüsensekret. Generell unterqueren Fischotter Brücken gerne auf trockenen Pfoten am Ufer des Gewässers. »Dort sind dann im feuchten, weichen Boden die typischen Fußabdrücke zu finden.«.

Fischotter in der Wetterau: gene werden untersucht

In Hessen koordiniert das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie die Beobachtung der Art. Das am Schwelteich gefundene Tier ist dem Landesamt übergeben worden. Es wurde zunächst eingefroren und soll jetzt untersucht werden, wie Stübing sagt. »Man wird seine Gene untersuchen, um herauszufinden, wo das Tier herkommt.« So erhalte man weitere Hinweise auf die Ausbreitung der Fischotter in Hessen. Denn das Ziel sei es, die Art zu erhalten und die Population zu vergrößern.

Fischotter in der Wetterau melden

sische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) beobachtet den Fischotter und anderer Tierarten in Hessen. Dabei ist jeder zum Mitmachen aufgerufen. Wer zum Beispiel bei einem Spaziergang einen Fischotter, einen Feuersalamander oder eine Wildkatze entdeckt, kann das unter www.hlnug.de über ein entsprechendes Formular melden. Dort sind auch noch weitere Tierarten aufgezählt, die beobachtet werden. Denn, so heißt es auf der Internetseite, die wichtigste Voraussetzung für den Schutz der hessischen Tier- und Pflanzenarten sei das Wissen über deren Vorkommen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Lange-ausgestorbener-Fischotter-in-der-Wetterau-gefunden;art472,641492

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