14. Juni 2019, 17:46 Uhr

Landfrauen bei den Stadtwerken

14. Juni 2019, 17:46 Uhr
Die Zusammenarbeit von Stadtwerken und Landwirten ist Thema eines Besuchs. (Foto: pm)

Mit Ökostrom betriebene Traktoren, Erdwärmekollektoren unter dem Maisfeld, Fotovoltaikmodule auf dem Stalldach - auch in der Landwirtschaft bringt die Energiewende viele Veränderungen mit sich. Als Energieexperten pflegen die Stadtwerke Bad Nauheim deshalb seit Jahren einen engen Austausch mit Vertretern der Branche. Jüngst konnte sich der Landfrauenverbund während eines Frühstücks über aktuelle Projekte des kommunalen Versorgers informieren.

Peter Drausnigg, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim, zeigte gleich zu Beginn der Veranstaltung, wohin die Reise geht: Mit einem E-Scooter rollte er herein. 50 Gäste waren der Einladung gefolgt und informierten sich »am Ort des Geschehens« über die Zukunft der Energieversorgung. »Als kommunaler Versorger sind wir mehr und mehr auch Energieberater für verschiedene Branchen. Gerade die Landwirtschaft ist für unsere Gesellschaft ein wichtiges Standbein. Wir freuen uns deshalb ganz besonders, dass so viele Landfrauen zu uns gekommen sind«, sagte Drausnigg.

E-Fahrzeuge mit Ökostrom

»Ihr könnt ja viel mehr als nur Strom, Gas und Wasser«, lautete ein Kommentar der Besucher. Auf reges Interesse stieß etwa die Wärmeversorgung in Bad Nauheim Süd mit der »Kalte Nahwärme«-Anbindung. Spezielle Kollektoren entziehen dabei dem Erdreich Wärme in einer Tiefe von eineinhalb bis drei Metern; diese wird in die Häuser weitergeleitet. Mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen erhöhen vor Ort auf die gewünschte Temperatur. Das Prinzip funktioniert auch umgekehrt: Mit der Erdwärme kann auf Wunsch auch gekühlt werden. Das größte Kollektorfeld für kalte Nahwärme in Europa liegt unter einer 1200 Quadratmeter umfassenden Fläche. Dass diese nach wie vor landwirtschaftlich genutzt werden kann, stieß bei den Besuchern auf großes Interesse. Sebastian Böck, Projektleiter für kalte Nahwärme bei den Stadtwerken, erklärte, wie etwaige Defekte an Kollektoren über die Technikzentrale des Kollektorfeldes elektronisch an die Stadtwerke gemeldet und sofort behoben werden können.

Gegenstand der Gespräche waren außerdem Ökostrom und Elektromobilität. Hier betonte Dennis Zährl, Projektleiter Elektromobilität, wie wichtig das Ineinandergreifen der Sektoren bei der Energiewende ist: »E-Autos machen ja nur Sinn, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden.« Er fügte an, dass sich die Aufgaben von Stadtwerken heute bereits erweitert hätten. Die Unterstützung von Haushalten und Betrieben bei dezentralen Energielösungen wie Fotovoltaikanlagen oder Solarthermie gehöre ebenso dazu wie das Betreiben von Ladesäulen oder E-Carsharing. Das Fahrgefühl beim Elektroauto konnten die Gäste gleich testen: bei Probefahrten mit dem E-Scooter und den drei Golf GTI Elektro der Stadtwerke.

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