12. Oktober 2017, 19:17 Uhr

Kunst statt Couch

12. Oktober 2017, 19:17 Uhr
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Von Georgia Lori

Andere gehen in den Ruhestand, Klaus Hettich wurde Künstler. Sein Berufsleben ließ ihm keine Zeit für künstlerische Neigungen. Gereizt hat ihn das Kreative schon immer. In einer Waldorfschule und als Jugendlicher wurde er zwar an Kunst herangeführt, doch erst im Rentenalter startete Hettich richtig durch. Bei Bildern belässt er es nicht, er hat sich den Skulpturen verschrieben.

Der 1944 geborene Klaus Hettich ist in Stuttgart aufgewachsen und wurde bereits früh an der dortigen Waldorfschule mit bildenden Künsten konfrontiert. Schon in seiner Jugend hat er sich mit Malen und Zeichnen beschäftigt und verschiedene Kurse bei dort ansässigen Künstlern belegt. Heute lebt er in Reichelsheim.

Sein Wohnhaus gleicht einem Atelier, wenn die Bilder und Skulpturen nicht aktuell ausgestellt sind. Die Kunst hat Hettich jedoch erst mit Eintritt in sein Rentenalter entdeckt. Sein Berufsleben ließ ihm keine Zeit für künstlerische Neigungen. Nach seinem technisch-betriebswirtschaftlichen Studium in Rosenheim, ging Hettich nach Hessen, wo er bei einem international agierenden Büromöbelhersteller drei Jahrzehnte als Einkaufsleiter tätig war. Dabei hatte er intensive Kontakte mit Konstrukteuren und bekannten Designern, was sein Interesse und die Freude an der Kreativität förderte.

Erster Preis für »Eva«

Erst nach seiner Pensionierung hat er den bekannten Kunstmaler Peter Seharsch kennengelernt. »Bei ihm erlernte ich eine spezielle Maltechnik, mit der man Acrylfarben auf nasser Leinwand so ineinanderfließen lassen kann, dass nuancenreiche und ausdrucksstarke Bilder entstehen«, sagt Hettich. Vor vier Jahren habe er in dessen Galerie im Kloster Arnsburg Skulpturen ausgestellt. Von Seharsch habe er auch den Tipp zur Teilnahme an der oberhessischen Kunstausstellung in Grünberg erhalten. Seine Skulptur »Eva« erhielt spontan den ersten Preis. Weitere Ausstellungen im Raum Gießen folgten.

Hettich kreiert eigene Skulpturen aus Materialien wie Stein, Holz und Edelstahl. Zu seiner großen Leidenschaft ist das Formen von Figuren aus Ton geworden. Dabei bewegt er sich im abstrakten wie im naturalistischen Stil. Die Figuren erfahren eine besondere Oberflächenbehandlung. Nachdem die Figuren durchgetrocknet sind, werden sie mehrfach mit einer Kupfer-Eisen-Emulsion beschichtet und mit einem Oxydationsmedium konfrontiert.

Seine Freude am Fotografieren bezieht er in seine Kreationen ein. Skulpturen fotografiert er aus unterschiedlichen Perspektiven und gestaltet daraus Fotobücher.

Seit Oktober 2015 ist Hettich Mitglied der Künstlerpalette Wölfersheim und stellt seine Kreationen bei Künstlermärkten, Galerien und Kunstausstellungen vor. »Bewährt hat sich die Kombination von Bild und Skulptur. So stelle ich diese passend zusammen, damit sie von der Struktur und Farbe harmonieren«, sagt Hettich.

Mehr Informationen über den Künstler und seine Arbeiten gibt es im Internet unter: www.klaushettich-art.de.



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