05. Februar 2019, 20:26 Uhr

Kunst mit der Motorsäge

05. Februar 2019, 20:26 Uhr
Petra Reissmann (l.) stellt ihre großflächigen Werke aus ihrer Serie »Fusion« und »Invisible« aus. Bianca Thaters Skulpturen stellen Menschen in lässigen Positionen dar. Die Künstlerinnen haben ihre aktuelle Schau »Abstrakt trifft Skulptur« genannt. (Foto: cor)

Die eine konzentriert sich auf abstrakte Kunstwerke, die andere fertigt ihre mit der Motorsäge an. So unterschiedlich die Stilrichtungen der beiden Künstlerinnen Petra Reissmann und Bianca Thater auch sind, ihre erste gemeinsame Ausstellung spiegelt zugleich eine Harmonie und Verbundenheit wider. »Abstrakt trifft Skulptur« lautet der Titel der Ausstellung, eröffnet wurde diese am Samstag mit vielen Freunden und Gästen in der Galerie der Stresemannstraße 1–3.

Für die Bad Nauheimer Künstlerin Petra Reissmann ist die aktuelle Ausstellung nicht nur ein Heimspiel sondern zugleich eine Rückkehr an jenen Ort, an dem sie sich erstmals in der Kurstadt präsentierte. »Vor genau vier Jahren habe ich hier das erste Mal ausgestellt«, erzählt sie. »Mitten auf einer Baustelle.« Als sich nun die Möglichkeit bot, erneut eine Ausstellung in den Räumlichkeiten zu konzipieren, sagte sie gleich Ja. Schnell konnte sie die Frankfurter Künstlerin Bianca Thater für die Idee einer gemeinsamen Ausstellung begeistern. Beide wirkten 2018 bei der Kunstausstellung »Menschwerk« mit, ergänzen sich nun hervorragend in Bad Nauheim, wie auch Uli Reissmann in seiner Einführungsansprache den Gästen erklärte.

Mit viel Feingefühl

Während Bianca Thater aus edlen Hölzern und groben Werkzeugen anspruchsvolle Skulpturen anfertigt, entstehen bei Petra Reismann mit Feingefühl tiefe abstrakte Kunstwerke der Malerei, in weichen Strukturen, aber auch fragilen oder rauen Elementen. Obwohl sich die großflächigen Arbeiten immer wieder in Details verlieren, geben sie dem Betrachter doch genug Raum für freie Inspirationen. Ein spannendes Zusammenspiel von Flächen, tiefen Schichten und Ebenen. In der Ausstellung sind nun Werke ihrer Serien »Fusion« und »Invisible« zu sehen. Optimal ergänzt werden diese von den ausdrucksvollen Skulpturen Thaters, die keine Namen benötigen. »Jeder soll selbst etwas hineininterpretieren können«, so die Bildhauerin, die bei ihren Skulpturen auch auf Gesichter verzichtet. »Gesichter sind austauschbar«, erklärt Thater. Wahrlich wirken die Holzskulpturen auch ohne Gesichtszüge, stellen diese Menschen in lässigen Positionen dar, die einem überall begegnen könnten. Dass diese mit einer Motorsäge angefertigt wurden, beeindruckt den Betrachter. »Das macht enorm viel Spaß«, so die Künstlerin, die sowohl dem Material als auch den Werkzeug mit Respekt begegnet.

Reissmann und Thater werden ihre Zusammenarbeit in der Kurstadt fortsetzen, bei der Ernst-Ludwig-Buchmesse am 13. und 14. April in der Ehrenhalle des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung (W. G. Kerckhoff-Institut).

Bis Donnerstag, 28. Februar, kann die Ausstellung in der Stresemannstraße 1–3, donnerstags und freitags von 14 bis 18.30 Uhr, sowie samstags von 11 bis 16 Uhr nach Vereinbarung, besucht werden.

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