09. Juli 2019, 20:23 Uhr

Kulturforum: Ende einer Ära

09. Juli 2019, 20:23 Uhr
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Aus der Redaktion
Der neue Vorstand mit (v. l.) Uli Eisenreich, Doris Dotzler, Dieter Heßler und Kerstin Eisenreich - mit dem scheidenden Vorsitzenden Günter Simon. (Foto: pv)

Im Bad Nauheimer Kulturforum kam es zu einer einschneidenden Änderung: Vor wenigen Tagen wurde Günter Simon im Rahmen der Jahreshauptversammlung als Vorsitzender verabschiedet. Simon war 1974 neben dem Gründer und langjährigen Leiter der früheren Volkshochschule, Dr. Bernhard Kopp, als 2. Vorsitzender gewählt worden. Fünf Jahre später übernahm er nach Kopps frühem Tod die Leitung des Kulturforums. Als Weggefährte und Mitarbeiter über Jahrzehnte hat Ulrich Eisenreich Günter Simon gewürdigt.

Simon wurde am 11. November 1931 in Gießen geboren und hat sein Abitur zu Beginn der 50er Jahre in Butzbach gemacht. Nach dem Studium kam Simon als Gymnasiallehrer und »junger Wilder« an die Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim. Neben dem Beruf fand er stets die Zeit für eine engagierte Mitarbeit in verschiedenen Organisationen, etwa in der Bad Nauheimer Geschichts-AG, im Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit oder in Gremien der evangelischen Kirche.

In seiner Rede nannte Eisenreich drei endogene und drei exogene Faktoren, die Simons Antrieb und Durchhaltevermögen sowohl im Beruf wie auch in vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten gekennzeichnet hätten. Ein endogener Faktor sei neben seiner Motivation, den Schülern in den ersten Nachkriegsjahrzehnten eine klassische Bildung zu vermitteln, vor allem sein großes Interesse an allen Wissensbereichen gewesen, insbesondere den Geisteswissenschaften. Ergänzt und ermöglicht durch seine beim Schwimmen, Wandern und Radfahren erworbene Fitness, die ihn bis heute auszeichnet.

2001 Bundesverdienstkreuz

Daneben (exogen) waren es, so Eisenreich, Simons Ehefrau Ruth, die alle seine Interessen mitgetragen und ihm »den Rücken frei gehalten« habe, die Stadt Bad Nauheim, die ihm für die Arbeit im Kulturforum freie Hand gelassen habe, sowie die Vortrags- und Reiseteilnehmer selbst, die ihn immer unterstützt hätten mit Interesse und einer familiären Atmosphäre innerhalb des Kulturforums.

Simon, der für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten 2001 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam, ergänzte an dieser Stelle der Rede Eisenreichs, dass ein wichtiger Antriebsfaktor immer gewesen sei, seine Bildung für »löchrigen Schweizer Käse« gehalten zu haben. Eisenreich betonte abschließend, dass Günter Simon stets kollegial und kompromissbereit und ein großes Vorbild für alle gewesen sei. Er wünschte ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft.

Nach einer kurzen Pause folgte die Wahl des neuen Vorstands. Dem Gremium gehört nach einem einstimmigen Votum neben den langjährigen Mitarbeiterinnen Doris Dotzler (2. Vorsitzende), Kerstin Eisenreich (Schriftführerin) und Uli Eisenreich (Kassenwart) für die nächsten drei Jahre Dieter Heßler als neuer 1. Vorsitzender an. Heßler, ein gebürtiger Bad Nauheimer, in den 60er Jahren Schüler in Simons Klasse in der Ernst-Ludwig-Schule, war am selben Nachmittag als langjähriger Lehrer der Augustinerschule in Friedberg verabschiedet worden.

Nachfolger verspricht Kontinuität

Unter anderem aufgrund seiner Zeit als ehemaliges Mitglied der ELS-Schulgemeinde, seines umfangreichen Interesses an allem, was die Menschen und ihre Welt auszeichnet, und seiner Vorliebe für das Fahrrad als Verkehrsmittel verspricht seine Tätigkeit als Vorsitzender des Kulturforums ein gutes Stück Kontinuität zu beinhalten. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden von Kerstin Eisenreich die geplanten Studienreisen und Tagesfahrten und von Dieter Heßler die Themen der nächsten Vortragsreihe im Winterhalbjahr 2019/2020 vorgestellt.



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