Wetterau

Krumme Möhren will nicht jeder

25 Mitglieder und Gäste des NABU besuchten dieser Tage den Querbeet-Gemüsehof in Steinfurth. Inhaber Thomas Wolff lud bei schönstem Sommerwetter zu einer Führung ein. Zusammen mit Betriebsleiter Stefan Donike zeigte er den Besuchern alle Besonderheiten des ökologischen Anbaus, so wie er hier mit viel Leidenschaft und Kompetenz betrieben wird.
10. Juli 2019, 20:38 Uhr
Redaktion
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Auch den Freilandanbau lassen sich die NABU-Mitglieder auf dem Querbeet-Gemüsehof genau erläutern. (Foto: Mirko Franz/NABU)

25 Mitglieder und Gäste des NABU besuchten dieser Tage den Querbeet-Gemüsehof in Steinfurth. Inhaber Thomas Wolff lud bei schönstem Sommerwetter zu einer Führung ein. Zusammen mit Betriebsleiter Stefan Donike zeigte er den Besuchern alle Besonderheiten des ökologischen Anbaus, so wie er hier mit viel Leidenschaft und Kompetenz betrieben wird.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Claudia Kutschker vom NABU-Vorstand kam es zu einem ersten Austausch zum Thema Verbraucherwünsche, Anbaumöglichkeiten und Verkauf. Der Verbraucher bestimmt laut Wolff mit seinem Kaufverhalten auch in der Direktvermarktung und beim Biolandwirt die Produkte, die angebaut werden. Krumme Möhren würden online nicht wirklich gut angenommen, aber sehr wohl auf den Märkten, wo er den Käufern das Produkt mit überzeugenden Argumenten schmackhaft machen könne.

In den Gewächshäusern wurden Tomaten, Gurken, Auberginen und Co. begutachtet, die prächtig wachsen. Besonderheiten wie die speziellen Plastikdächer, die Belüftung und das Anhäufeln mit Stroh, um Feuchtigkeit im Boden zu halten, wurden anschaulich erläutert. Im Freilandanbau war das Thema Gründüngung ein wichtiger Punkt. Wurzelknöllchenbakterien an der Luzerne speichern Stickstoff, das dann auf natürliche Weise dem Boden zugeführt wird. Eine Alternative zum konventionellen Düngen mit Mist und Kunstdünger.

Weitere Einblicke bekamen die Gäste in den Knoblauchanbau, bei dessen Ernte es auf den exakten Reifegrad ankommt. Bei Spitzkohl und Brokkoli braucht es einen besonders großen Abstand zwischen den Pflanzen, da deren Blattgröße dies erforderlich macht. Brokkoli wird nach der Haupternte noch nachgeerntet, auch kleine Rosen lassen sich verwenden. Beobachtet wurde das Ausbringen von Frühlingszwiebel-Stecklingen. Die hierfür eingesetzte Maschine schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, denn sie kann sowohl zum Düngen als auch zum Setzen genutzt werden.

Informationen zu weiteren Veranstaltungen und den vielfältigen Naturschutzaktivitäten der NABU-Gruppe Bad Nauheim finden sich im Internet unter www.NABU-Bad-Nauheim.de.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Krumme-Moehren-will-nicht-jeder;art472,610447

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