20. August 2019, 18:23 Uhr

Kreativität trifft Integration

20. August 2019, 18:23 Uhr
Kunsttherapeutin Heike Stoltenberg hat die Installation »Der Garten Eden« aufgebaut. Sie setzt in ihren Kursen auf selbstbestimmtes Arbeiten. (Foto: pv)

»Der Garten Eden«, ein Projekt der Behindertenhilfe Wetterau (BHW), gehört zu den Stationen der Initiative »Kunst in Kirchen«. Insgesamt stehen bei »Kunst in Kirchen« sieben Gotteshäuser im Wetteraukreis täglich von 12 bis 18 Uhr offen. Am Samstag, 24. August, geht es los. Ort der inklusiven »Garten Eden«-Ausstellung ist die evangelische Kirche in Niddatal-Assenheim, wo ein Blick in den Aufbau der Installation gewährt wird.

Die Assenheimer Pfarrerin Rita Mick-Solle ist begeistert. Sie hilft beim Hereintragen der kleinen Keramiken in das Gotteshaus, die noch verpackt in Kartons liegen. Mick-Solle freut sich: »Die Behindertenhilfe hat angefragt - wir haben gesagt: ›Das machen wir.‹ Es ist schön, wenn wir unsere Kirche zur Verfügung stellen können.« Die Ausstellung sei eine gute Sache, insbesondere wenn Menschen mit Handicap die Exponate gestalten, wie in diesem Fall. Die Pfarrerin stellt eine Kiste neben den Altar, während Heike Stoltenberg und Susanne Köhler ein Brett über die Lehnen zweier Kirchenbänke legen. Dies ist das »Fundament« für den fantasievollen Garten Eden, auf dem sie die Keramiken gleich arrangieren.

Beim Gemeindefest zu sehen

Köhler ist für das Veranstaltungsmanagement der Behindertenhilfe in Friedberg zuständig, Stoltenberg ist Kunsttherapeutin und leitete die Kurse. Sie erläutert: »Es ist eine Installation, ein Abbild des Gartens Eden, wie sich die Teilnehmer dies vorstellen.« Über 40 Personen hätten das Gemeinschafts-Kunstwerk geschaffen. »Im Lauf eines Dreivierteljahrs haben wir einmal in der Woche eineinhalb Stunden gearbeitet«, sagt Stoltenberg. Alle drei Monate wechselten die Personen, Menschen mit Behinderung, in der sechsköpfigen Gruppe.

Bevor das Kunstprojekt an den Start ging, war bereits geklärt, dass das Ausstellungsstück bei »Kunst in Kirchen« dabei sein kann. »Das ist ja nicht selbstverständlich«, sagt Stoltenberg.

Die Techniken wählte sie so, dass die Akteure sie ressourcenorientiert und selbstbestimmt umsetzen können. Der Garten Eden sei eingezäunt, die Teilnehmer hätten sich Tiere aussuchen dürfen. Die Zaunelemente stellten sie her, indem sie Ton um ein Stück Holz wickelten und mit Engobe bemalten, einer Überzugsmasse für keramische Produkte. Teilweise sind die Elemente glasiert, teilweise unglasiert. »Die Tiere sind entstanden, indem der Ton auf eine Form Papier gelegt wird«, beschreibt Stoltenberg den Werkprozess. Hunderte kleiner grüner Tonkugeln stellen das Gras dar. Tannen, Laubbäume, Farne, Blumen und Flüsse sind weitere Elemente, die zum großen Ganzen beitragen. Und natürlich Adam und Eva. Den Teilnehmern bedeute das Projekt viel, sagt Susanne Köhler. Jemand habe zu ihr gesagt: »Ich hätte nicht geglaubt, dass ich so etwas Schönes herstellen kann.« Eine weitere Stimme aus dem Teilnehmerkreis war: »Das Paradies ist ein Ort, an dem man so sein kann wie man ist.« Das gelte für alle Menschen - fühlen zu wollen: »So wie du bist, bist du richtig.«

Abend mit dem BHW-Chor

Im Rahmen der Aktion »Kunst in Kirchen« sind an allen Standorten Begleitveranstaltungen geplant, so auch in Assenheim. Termin des musikalischen Abends mit dem BHW-Chor und Band ist Freitag, 13. September, um 19 Uhr.

Beim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Assenheim am Sonntag, 25. August, kann das Kunstwerk ebenfalls bewundert werden. Der Tag beginnt mit einem Festgottesdienst um 11 Uhr mit Chor und Band, bei dem die Konfirmanden eingeführt werden. Anschließend steigt bis etwa 19 Uhr das Fest in der Mühlenstraße 8 vor der Kirche.

Schlagworte in diesem Artikel

  • BHW
  • Behindertenhilfe-Organisationen
  • Evangelische Kirche
  • Gärten
  • Installationen
  • Integration
  • Kreativität
  • Wetteraukreis
  • Niddatal
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.