19. Oktober 2018, 14:00 Uhr

Lieblingsplatz

Kraft und Ruhe schöpfen in Massenheim

Daniela Friesenhahn schöpft an zwei Orten in Massenheim Kraft und Ruhe. Warum einer davon der Friedhof ist, verrät sie im Gespräch.
19. Oktober 2018, 14:00 Uhr
Die »Beschützer« aus Stahl gehören zu Daniela Friesenhahns Lieblingsstücken im Park an der Erlenbachaue. Den sehbehinderten Schöpfer der Figuren hat sie im Atelier besucht.

Hier ist es grün, idyllisch, dörflich, man kennt und grüßt sich«, sagt Daniela Friesenhahn. Seit einigen Jahren wohnt sie – mit zunehmender Begeisterung – im Bad Vilbeler Stadtteil Massenheim. Aufgewachsen ist sie jedoch in der Kernstadt. »Die Anbindung nach Frankfurt ist besser als von der Innenstadt aus«, sagt sie. Täglich ist sie im Stadtteil und der angrenzenden Gemarkung mit Hündin Tara unterwegs. Zwei feste Punkte auf dem Heimweg des Duos von seinen Spaziergängen sind der Park der Erlenbachaue und der Friedhof. Zwei ganz unterschiedliche Lieblingsorte.

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Mit Hund Tara macht Daniela Friesenhahn oft bei der Skulptur »Innere Trauer« halt.

Friesenhahn ist ein Fan der »Ausstellung in Bewegung« entlang des Erlenbachs. Dort treten die aktuell 33 Skulpturen, Plastiken und Objekte von 20 Bildhauern in einen Dialog mit der Natur und den Betrachtern ein. »Ich finde einige der Kunstwerke besonders beeindruckend«, sagt die Kunstliebhaberin. Ihr Lieblingskunstwerk in der Massenheimer Auenkunst sei das Objekt »Innere Trauer« von Stephan K. Müller von 2006. »Mich begeistert die Kombination der Maske aus Industriestahl mit der eingepflanzten kleinen Erle, deren Blätter die Haare bilden«, sagt sei. Die Blätter fielen jedem Herbst ab, um dann im Frühjahr neu auszutreiben. »Für mich symbolisieren die neuen Triebe Hoffnung. Sie zeigen, dass das Leben für Hinterbliebene weitergeht – trotz aller Trauer.« Die Skulpturen seien ein Sinnbild für den Kreislauf von Werden und Vergehen.

Im Herbst verströmen Kerzen auf den Gräbern Wärme, Hoffnung und Zuversicht

Daniela Friesenhahn

Ein weiteres von Friesenhahns Lieblingskunstwerke in der Auenkunst ist von Stephan K. Müller. Es sind die »Beschützer« (2010). Die beiden Figuren aus Industriestahl bilden ein Schutzschild um einen der Auenbäume. Der Künstler aus Ober-Eschbach hat die »Beschützer« erstmals auf der Landesgartenschau in Bad Nauheim vor acht Jahren präsentiert. »Mich sprechen diese beiden Kunstwerke sehr an«, sagte Friesenhahn. »Sie verleihen der Verbundenheit von Kunst und Natur Ausdruck. Beide haben eine empathische Botschaft.« Kürzlich hat sie den hochgradig sehbehinderten Künstler in seinem Atelier der »Galerie-Fleck« besucht. »Ich finde ihn und sein Werk sehr beeindruckend, schätze seine positive Ausstrahlung.«

Symbole des Lebens auf dem Friedhof

Bei jedem ihrer Besuche in der seit 2007 sich immer wieder verändernden »Galerie im Freien« entdecke Friesenhahn etwas Neues an den Kunstwerken. Tageszeit, Lichteinfall, ein Perspektivwechsel oder ein bisher weniger beachtetes Detail präsentierten die dreidimensionalen Skulpturen und Objekte von einer neuen Seite.

Eine weitere Station auf Friesenhahns Heimweg ist der Massenheimer Dorffriedhof. »Hier beeindrucken mich immer wieder die liebevoll angelegten und gepflegten Gräber«, sagt sie. »Im Herbst und Winter erhellen Kerzen auf fast allen Gräbern die Dunkelheit, verströmen Wärme, Hoffnung und Zuversicht, sind ein Symbol des Lebens.« Nach dem Spaziergang und dem Besuch der zwei Orte sei sie stets mit sich und der Welt im Reinen, habe ihre innere Balance und Ruhe gefunden und Kraft geschöpft.

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