04. April 2018, 18:36 Uhr

Körper und Geist im Einklang

04. April 2018, 18:36 Uhr
Hochkonzentriert auf der Südparkwiese: Gisa Anders und ihre Thai-Chi-Schüler nehmen Haltung an. (Foto: pm)

Diese Haltung verjüngt die Hüfte,« erklärt Gisa Anders mit ruhiger Stimme. »Na, das wäre schön«, entgegnet eine junge Frau und ein kurzes Lachen zieht durch den Raum. Es ist ein Dienstagabend in der Senioren-Residenz am Park, der neuen Kurs-Örtlichkeit von Tai-Chi-Lehrerin Anders in Bad Nauheim. Nachdem die Therme geschlossen wurde, suchte sie nach dem perfekten Ort für ihre Kurse, die sie nun schon seit 12 Jahren in Bad Nauheim und Frankfurt anbietet.

Nachdem das allgemeine Schmunzeln abgeklungen ist, bittet Gisa Anders ihre Schüler wieder Haltung anzunehmen. »Die Füße schulterbreit, die Arme weit und rund. Die Ellbogen geöffnet«, sagt sie. Acht Personen bringen ihre Körper in Position und bewegen sich danach langsam zu den anleitenden Worten der Lehrerin. Die Gesichter sind hoch konzentriert und schnell merkt man, dass diese Ausführung der Bewegungen sehr viel anspruchsvoller ist, als es aussieht. Mancher Schüler zögert, sieht fragend zur Lehrerin und wird sogleich von dieser korrigiert, wobei Anders selbst stets die sogenannten »Formen« vorführt oder von einem Teilnehmer zum anderen geht und seine Haltung korrigiert.

Schon seit mehr als 30 Jahren praktiziert sie die fernöstliche Kampfkunst, zu der sie über den Buddhismus gelangte. 1992 legte sie ihre Meisterprüfung in London ab und lehrt seitdem den traditionellen Yang-Stil für Jung und Alt. Denn »für Tai-Chi gibt es keine Altersgrenze«, erklärt Anders. »Es lehrt uns, unseren Körper und Geist in Einklang zu bringen und damit unser Ch’i zu aktivieren, die Energie, die in uns fließt.

Indem man die genau vorgegebene Abfolge von Bewegungen präzise durchführt, steigert man die Konzentrationsfähigkeit, macht die Muskeln geschmeidig, verbessert die Ausdauer und beruhigt die Seele«, sagt Anders. Und damit es auch so präzise wird, schiebt die zierliche Frau wieder sanft den Fuß einer Kursteilnehmerin zur Seite, um gleich darauf die Schrittfolge in einem praktischen Beispiel genauer zu erläutern. »Die Bewegungen des Tai-Chi lassen sich alle auch zur Selbstverteidigung verwenden«, wird den aufmerksamen Zuhörern erläutert, während Anders mit einem jungen Mann demonstriert, wie ein Angreifer fortgestoßen wird.

»Ich finde es spannend, wie man mit wenigen, aber richtig ausgeführten Bewegungen eine solche Kraft aufbringen kann«, erzählt eine Schülerin. »Aber am faszinierendsten ist tatsächlich, wie sehr man mit Tai-Chi entspannen kann, obwohl es doch sehr fordernd für Körper und Geist ist. Ich fühle mich danach gleichzeitig total fit, erholt und richtig schön platt.« Sie lacht kurz, ist aber sofort wieder mit den Augen bei ihrer Lehrerin und hebt die Hände, um die nächste Form zu beginnen. Melanie Werntges

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