09. April 2019, 20:21 Uhr

Knastkonzert in Rockenberg

09. April 2019, 20:21 Uhr
Auf seiner Gefängnis-Tour macht Malek auch Halt in Rockenberg. (Foto: pm)

Kürzlich fand in Rockenberg eine Veranstaltung der besonderen Art statt. 50 Insassen der JVA Rockenberg lauschten gespannt dem jungen Rapper Malek, der mit großem Erfolg und seiner wahren Geschichte die Mensa rockte.

Mit einer außergewöhnlichen Tour wurde seine CD »Maleks Traum« vermarktet: Eine Gefängnis-Tour durch Jugendgefängnisse in allen 16 Bundesländern. Der Start war im Jugendknast Schifferstadt – dort wo Malek einst seine Strafen absitzen musste. Der Auftakt in Schifferstadt war ein voller Erfolg und wurde sowohl von den Verantwortlichen der Strafanstalt als auch von den Häftlingen positiv aufgenommen.

»Das erzählt sich intern rum und die Verantwortlichen in Rockenberg hatten sich gründlich über uns alle informiert. Wir wurden sofort herzlich empfangen und hatten somit keine Bedenken in Rockenberg die Mensa zu rocken«, erzählt der Musiker Hadi Hajdarevic. Er kennt Malek schon seit vielen Jahren und produzierte mit ihm zusammen das Album.

Der Leiter der JVA Rockenberg lobte das Engagement der Band, die Beamten für die Organisation des Konzertes sowie die Insassen für ihre Aufmerksamkeit. Das Interesse an solche einem neuen Projekt setze einen Perspektivenwechsel voraus.

Malek ist erst 23 Jahre alt, aber hat für sein junges Leben schon eine bewegte Geschichte zu erzählen: Schulabbruch, Drogen, Körperverletzung und Raub brachten den in Pirmasens geborenen jungen Mann früh auf die schiefe Bahn. Bereits mit 15 Jahren machte er mit dem Jugendknast Bekanntschaft. Zweieinhalb Jahre seiner besten Jugendzeit musste er in der JSA Schifferstadt absitzen.

Hadi Hajdarevic, ebenfalls Pirmasener, nahm sich dem Gestrandeten nach seiner Freilassung an. Kein einfaches Unterfangen, den jungen Rapper von der Straße wegzubringen, erzählt Hajdarevic heute. Die gemeinsame Liebe zur Musik ließ bei den beiden Rappern die Idee wachsen, nicht nur zusammen zu musizieren, sondern die Geschichte vom Malek musikalisch aufzuarbeiten. Sofort machte sich Hajdarevic ans Werk. Drei Jahre komponierte und textete er gemeinsam mit 20 anderen Musikern – darunter unter anderem Pouya Nemati, Manuel Bastian, Chris und Sebastian Sommer, Bastian Welker und Melissa Könnel – an einem Konzeptalbum »Maleks Traum«. Mit den verschiedenen Aspekten von Maleks Leben und Themen wie Sucht, Geld, Familie, Liebe, war die Produktion des Albums ein besonderes Hindernis. Inzwischen ist die CD auf dem Markt und Malek will sein Leben ändern: Er geht noch mal zur Schule, um seinen Abschluss nachzuholen.

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