Wetterau

Kloster-Kita in Ilbenstadt: Verkehrsgutachten vorgelegt

Das Baugebiet Gollacker in Assenheim und die Kloster-Kita in Ilbenstadt waren Themen der Bürgerversammlung in Niddatal. Vor allem die Verkehrssituation im Klosterbereich erhitzte die Gemüter.
15. März 2019, 08:00 Uhr
Udo Dickenberger
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Es war vor allem ein Forum für die Kritiker: Bei der von Jens Joachim moderierten Bürgerversammlung gab es wenig neue Erkenntnisse zu den Dauerbrennern Gollacker und Kloster-Kita. Es zeigte sich, dass vor allem die Verkehrssituation Klosterbereich die Gemüter erhitzt.

Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel wiederholte seine (auch selbstkritische) Einschätzungen aus der letzten Stadtverordnetenversammlung, in den letzten Monaten sei der Ton in politischen Veranstaltungen stark heruntergekommen. Er wolle jetzt entschieden weg von der »Provinzposse«. In jedem Stadtteil seien schließlich Baugebiete entwickelt worden. Die Abläufe seien positiv.

Dagmar Busch sprach für die Hessische Landgesellschaft (HLG), die den Gollacker erschließen soll. Seit 15 Jahren werde erfolgreich zusammengearbeitet. Das betreffe Wohngebiete, Gewerbegebiete und den Naturschutz. Gunther Thias erläuterte für die HLG die Situation am Gollacker. Er ist für die Grundstücksentwicklung zuständig und erklärte die Aufgabe der HLG. Sie betreibe die Bodenbevorratung. In Niddatal würden moderate Grundstückspreise angestrebt.

Armin Schwenk von der Bürgerinitiative gegen die Gollacker-Bebauung erinnerte an die landwirtschaftliche Vorrangfläche, als die der Gollacker im Regionalplan steht, und wies auf die vorzügliche Qualität des Ackerbodens hin, der hier versiegelt würde. Hertel erwiderte, auch der Regionalverband sei an der Schaffung von Bauland interessiert. Eine Umwidmung dürfte kein Problem sein.

 

Gollacker als Plus-Energie-Siedlung?

Hertel sprach von einer Güterabwägung zwischen dem guten Boden und dem Interesse von Neubürgern, sich hier anzusiedeln. Schwenk wies hierbei erneut auf die Notwendigkeit einer besseren Innenentwicklung hin. Landwirt Herbert Schwinge sprach von einer Belastung für die Gewässer. Dr. Karl Gundermann wandte sich der ökologischen Verantwortung für spätere Generationen zu. Niddatal könne nicht die Wohnungsprobleme des Rhein-Main-Gebiets lösen.

Der frühere Grünen-Vorsitzende Dieter Eisenberg fragte, wann der Gollacker zuerst als Baugebiet ausgewiesen worden sei. Doch dies konnte am Abend nicht geklärt werden. Konkrete Entwicklungskonzepte sollen nach Möglichkeit formuliert werden. Hertel erläuterte, Niddatal sei an dem Projekt einer Plus-Energie-Siedlung stark interessiert, die mehr Energie erzeugt, als ihre Bewohner verbrauchen. Erdwärme, Solarzellen, Elektroauto-Carsharing sind hier die Stichworte. Derzeit werden Modellkommunen gesucht.

In Sachen Kloster-Kita stellte Diplom-Ingenieur Claas Behrendt (IMB-Plan) sein auf Messungen beruhendes Verkehrsgutachten zu Klosterbereich Ilbenstadt vor, das keine dramatische Verkehrszunahme durch das Ökogeno-Bauprojekt und den neuen Kindergarten ermittelte. Die Vorhaben seien grundsätzlich machbar. Anwohner Karl-Heinrich Bickel wies jedoch auf die vielen Belegungen im Haus Sankt Gottfried hin.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Kloster-Kita-in-Ilbenstadt-Verkehrsgutachten-vorgelegt;art472,564672

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