18. Oktober 2017, 20:18 Uhr

Klippen, Böll und raue See

18. Oktober 2017, 20:18 Uhr
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Aus der Redaktion
Eine der beiden Friedberger Reisegruppen mit Präsident Karl Buxmann (l.) und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Athlone, Frankie Keenea, besuchen Athlone Castle. (Fotos: pv/Loni Schuchardt)

Galway war vor fast 40 Jahren das erste Ziel einer Studienfahrt der Friedberger Gesellschaft zur Förderung deutsch-irischer Verständigung, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Klar, dass die Stadt im Westen der Grünen Insel in diesem Jahr ein Ziel der alle zwei Jahre stattfindenden Studienfahrt war.

Die Nachfrage der Mitglieder und Freunde des Vereins war so groß, dass neben dem traditionellen Termin in der ersten Woche der Herbstferien auch eine zusätzliche Fahrt eine Woche zuvor stattfand. Einmal mehr hatten Präsident Karl Buxmann und sein erfahrenes Reiseleiter-Team die Fahrt organisiert.

Insgesamt 80 Teilnehmer waren jeweils neun Tage unterwegs. Beide Gruppen trafen sich am vorletzten Samstag in Dublin, übernachteten gemeinsam in einem Hotel im Seebad Bray. Am Abend besuchten beide Gruppen eine eigens für die deutschen Besucher gestaltete Show des Vereins »comhaltas ceoltori eireann« in dessen Dubliner Stammsitz. Ziel des Vereins ist es, die irische Kultur zu erhalten und zu fördern. In einer einstündigen Show präsentierten die sechs Musikerinnen und Musiker und drei Tänzerinnen traditionelle irische Musik und Tänze. Nach der Show wurde weitermusiziert.

Dem Hurricane entflohen

Ein weiterer Schwerpunkt der Fahrt war das Wirken von Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, der in den 50er und 60er Jahren mit seiner Familie alljährlich mehrere Monate auf Achill Island verbracht hatte. Dort entstanden auch Bölls »Irische Tagebücher«. Das Kapitel über die verlassenen Dörfer wurde vor Ort zwischen den Ruinen vorgelesen. Die Wetterauer besuchten auch das Haus, in dem Böll mit seiner Familie gelebt hatte. Das Böll-Cottage gehört heute einer Stiftung, die das Anwesen Autoren zur Verfügung stellt. Es kann daher nicht besichtigt werden.

Besichtigt wurden aber zwei der wenigen protestantischen Kirchen in Irland, eine kleine Weberei auf Achill Island und eine frühere Erzmine. Für die erste Gruppe verlief die Schifffahrt auf die Insel Inishmore sehr stürmisch, die zweite Reisegruppe hatte da etwas mehr Glück. In Kleinbussen wurde die Insel erkundet. Höhepunkt war der Aufstieg zu den Klippen, auch wenn es regnete beziehungsweise sehr dunstig war. Besucht wurde ferner die zentral am Shannon gelegene Stadt Athlone, mit der die »Deutschiren« aus Friedberg gerne eine Partnerschaft eingehen würden. Im Athlone Castle, der alten Burg mitten in der Stadt, wurden beide Gruppen von Bürgermeister Aengus O’Rourke beziehungsweise dessen Stellvertreter Frankie Keenea empfangen. Auch Lehrer der Schule »Our Lady’s Bower« kamen, an der Buxmann 1990 als Austauschlehrer tätig gewesen war. Nach dem Empfang führten die beiden Lehrer die Besucher durch die Stadt.

Vor dem Rückflug blieb noch Zeit für einen letzten Stadtbummel in Dublin. Glück hatte die zweite Reisegruppe, die am Sonntagabend nur 14 Stunden vor dem Hurrican »Ophelia« die Grüne Insel planmäßig verließ.



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