08. Februar 2019, 20:11 Uhr

Kirche vor enormen Veränderungen

08. Februar 2019, 20:11 Uhr
Der Pfarrgemeinderat aus Ockstadt macht sich während einer Klausurtagung in Kloster Engelthal Gedanken. (Foto: pm)

Der Pfarrgemeinderat (PGR) der Pfarrgruppe Ockstadt hat sich auf einer Klausurtagung in Kloster Engelthal bei Altenstadt mit Problemen der katholischen Kirche und mit Auswirkungen auf die eigene Gemeinde befasst. Hauptthema war der »Pastorale Weg im Bistum Mainz«. Es sei klar, dass sich alle Pfarrgemeinden neu aufstellen müssten, heißt es in einer Pressemitteilung der Pfarrgruppe Ockstadt.: »Der Zeitplan ist straff – so sollen bis Ende 2021 Konzepte erarbeitet werden, und Ende 2030 ist der Prozess abgeschlossen.«

Ockstadt ohne eigenen Pfarrer?

Die Prognose sei schlecht: So werde die Zahl der aktiven Priester bis 2030 von derzeit 198 auf 104 sinken, die der Gemeindereferenten von 238 auf 153, die Zahl der Katholiken von etwa 730 000 auf rund 650 000. Die Kirchensteuereinnahmen werden laut Prognose um etwa elf Prozent sinken – »und somit können nur noch zwei Drittel des Gebäudebestandes aller Pfarreien mit den jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln unterhalten werden. Im Bistum Mainz wird es zukünftig drei große Pfarreien als Gemeinschaft geben, die als Mittelpunkt zentraler Ort von Verwaltung und Seelsorge sind«.

In den angegliederten Pfarreien seien nun die Gläubigen aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen. Derzeit befinde man sich in Phase eins, der Konzeptentwicklung für die neuen Pfarreien, wo die Entwürfe bis Ende 2021 eingereicht werden müssen. Phase zwei beinhalte dann die Weiterentwicklung. Spätestens Ende 2030 erfolge die Umsetzung. Der PGR Ockstadt befasste sich mit zwei Fragen: Was brauchen die Mitglieder der Ockstädter Pfarrgemeinde in Zukunft? Was wird heute schon beziehungsweise in Zukunft angeboten? Vielleicht werde Ockstadt keinen eigenen Pfarrer mehr haben und von der Großpfarrei mit verwaltet, heißt es weiter in der Pressemitteilung. »Es müssen dann Ehrenamtliche dahingehend so geschult werden, dass diese dann unter der Woche Wortgottesdienste halten können – was ja teilweise schon in Ockstadt mit Erfolg praktiziert wird. Weitere Ehrenamtliche sollen sich um die Jugendarbeit sowie um die Senioren der Pfarrgemeinde kümmern. Traditionen wie zum Beispiel die Prozessionen zu Fronleichnam oder Christi Himmelfahrt werden bestimmt hinterfragt und vielleicht in anderen Pfarrgemeinden angeboten. Wichtig und ganz klar ist, dass die dann kleine Pfarrgemeinde Ockstadt weiter aktiv und selbstständig arbeitet – zum Wohle der Gläubigen, in Zusammenarbeit mit der Hauptgemeinde. Ob dies Friedberg oder Bad Nauheim sein wird, ist noch nicht festgelegt.«

Bei der Klausurtagung seien sehr gute Ergebnisse erzielt worden, »die für die Zukunft hoffen lassen. Allerdings ist das nur durchführbar mit einer hohen Zahl von Ehrenamtlichen, die dann dem erweiterten Pfarrgemeinderat angehören werden«. Denn auch die im November anstehenden Pfarrgemeinderatswahlen waren ein Thema. Bald sollen Kandidaten angesprochen werden.

Team für Seniorenarbeit hört auf

Ein weiteres Thema war die Seniorenarbeit, die in Ockstadt seit über 30 Jahren auf festen Füßen gestanden hatte. Das Team will aus Altersgründen im Mai aufhören. Auch hier muss in Kürze ein neues Konzept erarbeitet werden, und Mitglieder der Pfarrgemeinde, die mithelfen, dieses Konzept umzusetzen, müssen angesprochen werden.

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