21. Januar 2019, 20:17 Uhr

Kirche stellt sich neu auf

21. Januar 2019, 20:17 Uhr

Die evangelischen Kirchengemeinden Heuchelheim und Reichelsheim mit Dorn-Assenheim sind nun eine Gemeinde. Am Sonntag wurde das gefeiert. Dekan Volkhard Guth hielt die Predigt und segnete die neue Gemeinde. »Wir werden kein Eheversprechen tauschen, keine Ringe wechseln«, erklärte der Reichelsheimer Kirchenvorsteher Manfred Winter. Als Zeichen wurden die Lektionare, das sind die Bücher aus denen im Gottesdienst biblische Texte vorgelesen werden, ausgetauscht.

Protestantisch seit Mitte 1530er

Viel sei in den vergangenen Monaten geregelt worden vor allem mit der Rechtsabteilung der Kirchenverwaltung in Darmstadt, das sei quasi das Standesamt gewesen, erklärte Pfarrerin Angela Schwalbe. Die Anregung, den Zusammenschluss zu wagen, habe die Gemeindevisitation vor zwei Jahren gegeben. Damals besuchten die Gemeinden Steinfurth und Wisselsheim Reichelsheim und Heuchelheim sowie umgekehrt. Bei den Treffen hätte man sich über Gemeindestrukturen und Entwicklungen ausgetauscht. Reichelsheim und Heuchelheim seien über die Jahre immer enger zusammengerückt.

»Seit fast 15 Jahren feiern wir Ostern zusammen, später haben wir als Kirchenvorstände begonnen, einmal im Jahr zusammen zu tagen, daraus wurden zweimal, seit der Visitation monatlich«, erklärte Winter. Dekan Guth erinnerte daran, dass Heuchelheim seit Mitte der 1550er Jahre lutherisch ist. Bereits um 1860 sei die Gemeinde von Reichelsheim aus pfarramtlich mitversorgt wurden, danach habe es Verbindungen mit Gettenau und Bingenheim gegeben.

Seit mehr als 40 Jahren wurde Heuchelheim von Reichelsheim pfarramtlich mitversorgt. Reichelsheim sei bereits seit Mitte der 1530er Jahre protestantisch. »Das Geht-zu-zweit ist das Gemeindegrundprinzip von Jesus, das hat die Volkskirche übersehen«, sagte Guth. »Wir mühen uns ab, gehen über die eigene Kraft«, mahnte er. Da sei es zusammen besser, weil zwei immer mehr sehen als einer, weil bei zweien der eine den anderen ermutigen kann, zwei können sich korrigieren und bremsen, der Kraftlosigkeit könne nachgegeben werden, denn bei zweien könne einer den anderen mitziehen, wenn es zu viel wird. Kirche könne das Prinzip der Ressourcen-Schonung entdecken und einüben.

»Unsere Aufgabe als Kirchenvorstände ist es, das Verändern als etwas Positives zu gestalten und diejenigen mitzunehmen, die dem Weg auf den ersten Blick nichts Gutes abgewinnen können«, sagte Heuchelheims Kirchenvorsteherin Ines Dauernheim. Sie sagte, dass es eine der ersten Aufgaben des gemeinsamen Kirchenvorstandes sei, die Restaurierung der Heuchelheimer Kirche zu organisieren. Daran, dass sich das Verhältnis evangelischer und katholischer Christen zueinander ändert, erinnerte Martina Petri, die Dorn-Assenheim im Kirchenvorstand vertritt. »Wir rücken näher zusammen. Wir haben im vergangenen Jahr vieles in ökumenischer Gemeinschaft erlebt.« Etwa Gottesdienste und eine ökumenische Spiritualität mit dem Kurs »Exerzitien im Alltag«.

Musikalisch bereicherten Ralf Schäfer an der Orgel sowie Andreas Schmidt an der Trompete und der Solo-Gesang von Heike von Blanckenburg und Michael Möbs den Gottesdienst. Anschließend trafen sich die Christen zum gemeinsamen Kaffeetrinken im Heuchelheimer Dorfgemeinschaftshaus.

Der Gottesdienst zum Auszug vor der Restaurierung aus der Heuchelheimer Kirche wird am Sonntag, 10. Februar, um 11 Uhr in der Heuchelheimer Kirche gefeiert. Während der Baustellenzeit werden die Gottesdienste im neuen Dorftreff gefeiert, erstmals am Sonntag, 17. Februar, um 10 Uhr.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Andreas Schmidt
  • Evangelische Kirche
  • Martin Luther
  • Reichelsheim
  • Reichelsheim
  • Ines Dauernheim
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos