14. Dezember 2017, 13:00 Uhr

Viel Lob

Keine neuen Schulden und finanzieller Spielraum

Die Finanzlage Echzells scheint rosig: Der Haushalt für 2018 ist leicht im Plus, zudem winken 1,1 Millionen Euro vom Land. Die Gemeindevertreter haben das Zahlenwerk jetzt verabschiedet.
14. Dezember 2017, 13:00 Uhr
In Echzell müssen keine Kassenkredite abgelöst werden. Das belohnt die Hessenkasse mit 1,1 Millionen Euro. Auch ansonsten herrschen in Echzell aktuell rosige Zeiten, zumindest aus finanzieller Sicht. Der Haushalt für 2018 schließt mit einem kleinen Plus ab. (Foto: dpa)

Echzell macht 2018 keine neuen Schulden. Gewerbe- und Grundsteuern bleiben unverändert, dennoch weist der Haushalt einen Überschuss von rund 40 000 Euro aus. Bei ihrer Sitzung am Montagabend verabschiedeten die Gemeindevertreter den Haushalt einstimmig. Das galt auch für das Investitionsprogramm für die Jahre 2017 bis 2021 und das Haushaltssicherungskonzept 2018.

 

Lob für Bürgermeister und Verwaltung

 

»Es ist ein gutes, solides Werk«, sagte Bürgermeister Wilfried Mogk (parteilos). Für ihn und das Team der Verwaltung gab es seitens der Parlamentarier jede Menge Lob. Dr. Jochen Degkwitz (CDU) nannte das Zahlenwerk »klar und transparent«. Der Haushalt zeige eine positive Entwicklung der Gemeinde für die nächsten Jahre.

 

970 000 Euro für den Kita-Neubau

 

Im Ergebnishaushalt sind Ausgaben in Höhe von 10,8 Millionen Euro vorgesehen, im Finanzhaushalt Investitionen in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Größte Kostenpunkte: der Neubau des Kindergartens in Gettenau (970 000 Euro), die Sanierung des Wasserleitungsnetzes in Echzell (400 000 Euro), die Erneuerung überalterter Fahrzeuge und Geräte des Bauhofs (120 000 Euro) sowie Planungskosten für den Neubau des Feuerwehrhauses Bingenheim (55 000). Der Bau des Hauses für knapp eine Million Euro – knapp ein Drittel davon soll aus Zuschüssen finanziert werden – ist für 2019 geplant.

»Es geht voran in Echzell, und das ist gut so«, befand Degkwitz. Die Anstrengungen hätten sich gelohnt. Die Gemeinde stehe finanziell gut da. »Darauf sind wir ein bisschen stolz, denn das hat auch mit der Politik von CDU und Grünen zu tun – hier in der Gemeinde, aber auch der Landesregierung in Wiesbaden. Von dort werden wir im kommenden Jahr auch für unsere Erfolge belohnt. Aus der Hessenkasse stehen uns 1,1 Millionen Euro ins Haus, als Ausgleich dafür, dass es bei uns keine Kassenkredite gibt, die wir vom Land ablösen lassen könnten.« Es gebe genug, was man mit dem Geld machen könnte, etwa müsse über die Zukunft der Alten Molkerei nachgedacht werden.

 

Straßensanierungen gelant

 

Im Investitionsprogramm der Gemeinde sind in den kommenden drei Jahren die Kosten für die Sanierung der Hügel- und Eichenstraße in Bingenheim, der Römerstraße in Echzell und der Straße Am Hain in Bisses eingeplant. »Von den Anwohnern sollen Beiträge in Höhe von insgesamt 1,9 Millionen Euro erhoben werden«, sagte Degkwitz. Die CDU ziehe es vor, diese Beiträge auf mehrere Schultern umzuverteilen. Degkwitz sprach sich für die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge aus, bei der alle Bürger regelmäßig zahlen, statt nur von Sanierungsmaßnahmen betroffene Anwohner einmalig. Er hoffe, dass Gemeindevorstand und SPD-Fraktion ihre ablehnende Haltung überdenken.

 

Kritik an Politik der Landesregierung

 

Gerold Reuhl von der SPD-Fraktion stufte den Haushaltsplan als ein »gelungenes Werk« ein. Einnahmen und Ausgaben seien maßvoll geplant. »Wir geben unser Geld nicht für irgendwelche Traumschlösser aus, sondern für zwingend notwendige Maßnahmen. Anders als Degkwitz konnte Reuhl der schwarz-grünen Landespolitik nicht viel Positives abgewinnen. Die Hessenkasse sei eine »Lug-und-Trug-Veranstaltung«, die Verteilung der Steuereinnahmen insgesamt sehr ungerecht, gehe zum Großteil an den Kommunen vorbei.

»Die Gemeinde Echzell zahlt bisher jährlich zwischen 700 000 und 900 000 Euro für die Kindergartenbetreuung, das sind etwa 60 bis 70 Prozent der Gesamtaufwendungen. Geld, das uns eigentlich für andere Maßnahmen zur Verfügung stehen sollte.« Er hoffe, dass die Gesetzgeber künftig »intensiver an unseren ländlichen Raum denken, damit das Leben bei uns noch lebenswert bleibt«.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Euro
  • Finanzlage
  • SPD-Fraktion
  • Schulden
  • Wilfried Mogk
  • Echzell
  • Laura Kaufmann
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos