15. Oktober 2019, 20:32 Uhr

Keine »Hinterhof-Moschee«

15. Oktober 2019, 20:32 Uhr
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Aus der Redaktion
Ein Gemeindemitglied führt Gäste durch die Ausstellung über den Islam. (Foto: pv)

Am 3. Oktober luden bundesweit zahlreiche muslimische Gemeinden zum Tag der offenen Tür ein. Auch die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Friedberg öffnete die Tore der Dar-ul-Amaan-Moschee und suchte das nachbarschaftliche Gespräch.

Zum Tag der offenen Tür wurden in der Dar-ul-Amaan-Moschee Führungen durch die spirituellen Räume, die Islamausstellung »Eine Reise durch die islamische Zeit« und Literaturstände vom Verlag »Der Islam« angeboten. Die unabhängige Frauenorganisation »Lajna Imaillah« stellte ihre Projekte vor, darunter einen Kalligrafiestand über die arabische Sprache, die »Hijab-Experience« zum gemeinsamen Austausch über das Kopftuch, einen Hennastand sowie eine Informationsecke zum Thema »Islam und Ökologie«. Bei Kaffee, Kuchen und orientalischen Speisen konnten sich die Besucher mit den gläubigen Muslimen und Musliminnen austauschen und Fragen stellen. Insgesamt nahmen 70 Besucher die Einladung in der Straßheimer Straße in Friedberg an.

Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde hat einige Besucher zu ihren Eindrücken befragt: Christof Stark, Leiter der Polizeidienststelle Friedberg, wird mit den Worten zitiert: »Ich habe mehrere Veranstaltungen Ihrer Gemeinde besucht und muss die Professionalität loben - sehr strukturiert und informativ. Es ist immer sehr angenehm, in Ihren Moscheen als Gast geladen zu sein.« Die Ahmadiyya-Gemeinde sei vorbildlich dabei, das Argument der »Hinterhof-Moscheen« zu entkräften: »Sie gehen auf die Menschen zu.« Marion S. (48) aus Rosbach sagte: »Ich bin durch die Zeitung auf das Event aufmerksam geworden und war neugierig. Der Tag der offenen Tür war sehr informativ und ich wurde sehr gut betreut von den jungen muslimischen Mädchen und Jungen hier.«

Matthias M. (38) aus Bruchenbrücken: »Durch Freunde sind wir auf den Tag der offenen Tür aufmerksam geworden. Ich war zum ersten Mal in einer Moschee in Deutschland. Umso überraschter war ich von der Veranstaltung - im positiven Sinne. Besonders interessant fand ich die Plakate der Islamausstellung und die Räume.« Cornelia J. (48) aus Friedberg: »Vor vier Jahren war ich zu Besuch in der Moschee einer anderen Glaubensgemeinschaft und habe keinen positiven Eindruck bekommen. Als ich vor zwei Wochen einen Info-Stand der jungen Ahmadi-Musliminnen und -Muslime auf der Kaiserstraße in Friedberg sah, war ich positiv überrascht. Alle waren freundlich, offen und hatten ein Lächeln auf den Lippen. Von der Gastfreundlichkeit, der Schlichtheit und dem liebevollen Umgang der Gläubigen konnte ich mich nun überzeugen. Mein Lebensmotto lautet ›Leben und leben lassen‹, das konnte ich bei der Ahmadiyya ebenfalls spüren. Auch die Verpflegung war sehr köstlich, vor allem die gefüllten Teigtaschen.«

Führungen auch auf Anfrage

Die Ahmadiyya-Gemeinde will den interreligiösen Dialog fortführen. Auch im nächsten Jahr werde es am 3. Oktober einen Tag der offenen Tür geben. Über das Jahr würden Moscheeführungen, Islamausstellungen und Vorträge auf Anfrage angeboten. Infos unter dem Weblink ahmadyya.de.

Der Tag der offenen Moschee findet alljährlich am Tag der Deutschen Einheit statt. Das Event wird ehrenamtlich organisiert und durch Spenden der Gemeindemitglieder finanziert. Mit dem Selbstverständnis, Teil der deutschen Zivilgesellschaft zu sein, initiiert die muslimische Reformgemeinde Dialog- und Aufklärungsinitiativen, Benefizläufe zugunsten von Hilfsorganisationen oder die Straßenkehraktion an Neujahr.



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