05. Mai 2017, 23:00 Uhr

Fußball-Akademie

Kaserne Friedberg: Platz genug für DFB-Zentrale

Der DFB will in Frankfurt seine neue Zentrale bauen. Gerichtsprozesse verhindern bislang den Umzug auf die Galopprennbahn. Offenbar ist auch Friedberg als Standort im Gespräch.
05. Mai 2017, 23:00 Uhr
Der Entwurf für die DFB-Akademie, die auf dem Gelände der Galopprennbahn in Niederrad gebaut werden soll. Oder vielleicht in Friedberg? (Foto: dpa)

Klar ist: Der DFB muss umziehen. Die Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise nahe der Commerzbank-Arena ist für die etwa 300 Mitarbeiter auf lange Sicht zu klein. Außerdem soll ein modernes Leistungszentrum errichtet werden, eine Fußball-Akademie. Rund 140 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. Die Stadt Frankfurt hatte dem DFB zugesichert, dass er Anfang 2016 Zugriff auf die Galopprennbahn erhält. Vor eineinhalb Jahren fand dort das letzte Rennen statt, das Gelände verfällt derzeit zur Geisterstadt, der Golfplatz hat seinen Betrieb eingestellt, die allermeisten Pferdebesitzer haben ihre Tiere längst anderswo untergebracht.

Doch das Projekt ist ins Stocken geraten. Im Sommer 2015 scheiterte die Initiative Pro Rennbahn bei ihrem Vorhaben, die DFB-Zentrale mit einem Bürgerentscheid zu kippen. Zahlreiche Prozesse zwischen Renn-Club und Stadt schieben die Entscheidung hinaus. Ende März kündigte DFB-Präsident Grindel an, wenn bis Mitte Mai keine Rechtssicherheit bestehe, werde man andere Standorte ins Auge fassen. Die DFB-Akademie werde aber definitiv in oder rund um Frankfurt entstehen, man werde ausschließlich im Rhein-Main-Gebiet suchen. Dabei ist offenbar auch die Friedberger Kaserne im Gespräch. »Ich kann das weder bestätigen noch dementieren«, sagt Bürgermeister Michael Keller. Platz genug wäre vorhanden.

Von den ehemaligen Ray-Baracks im Süden von Friedberg hätten die DFB-Mitarbeiter freie Sicht auf die Skyline von Frankfurt. 30 Kilometer liegen zwischen beiden Städten. Das Galopprennbahn-Gelände in Niederrad umfasst 15 Hektar, die Kaserne ist 74 Hektar groß. Und die Friedberger Kommunalpolitiker dürften einem Umzug der DFB-Zentrale von Frankfurt nach Friedberg alleine aus Imagegründen keine dicken Steine in den Weg legen.

 

Imagegewinn dank DFB?

 

»Ich halte das für eine geniale Idee«, äußerte FDP-Fraktionsvorsitzender Achim Güssgen-Ackva am Donnerstagabend am Rande der Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung. »Friedberg stünde jeden Tag in der Zeitung.« Der DFB würde weitere Investoren anziehen und die Stadtentwicklung ankurbeln. »Die Fläche ist groß genug, denkbar wäre das«, meinte SPD-Bürgermeisterkandidat Dr. Klaus-Dieter Rack. »In die Kaserne kann manches hinein, die Stadtentwicklungsmöglichkeiten dort sind gigantisch.«

Gibt es Kontakte zwischen dem DFB und der Friedberger Stadtverwaltung? Gab es bereits eine Anfrage? Bürgermeister Keller wollte sich nicht dazu äußern. »Kein Kommentar«, meinte er mit vielsagendem Grinsen. Falls der DFB in Friedberg noch nicht vorstellig wurde, könnte es umgekehrt der Fall sein. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte Anfang April gegenüber der FAZ, es gebe bereits »eine ganze Reihe von Angeboten von Städten und Kommunen«. Aber nicht jede Kommune hat eine solch herausragende Fläche wie die Friedberger Kaserne.

Am gestrigen Freitag fand vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ein Berufungstermin im Streit um die Nutzung der Galopprennbahn statt. Die Stadt Frankfurt hat den Rennclub auf Räumung des Geländes verklagt. Da mehrere Zeugen geladen sind, wird das Urteil erst zu einem späteren Zeitpunkt fallen. Die DFB-Pressestelle war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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