29. Oktober 2018, 20:27 Uhr

Kalter Markt: Starke Stimmung, schwacher Umsatz

Die Anziehungskraft des Kalten Marktes ist auch nach 752 Jahren ungebrochen. Auch in diesem Jahr drängten sich bei kaltem, aber trockenem Wetter Tausende Besucher zwischen den Ständen. Dabei gab es immer wieder Überraschendes zu entdecken
29. Oktober 2018, 20:27 Uhr
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Von Oliver Potengowski

Es ist diese Mischung aus Neuem und Bewährtem, die den Markt attraktiv hält. So fanden sich an den Marktständen Haushaltsgeräte, wie sie seit Jahrzehnten benutzt werden, die man aber in Geschäften oder im Internet unter Umständen vergeblich sucht. Daneben wurden Neuheiten angepriesen, die manchmal so schlicht sind, dass man sich fragt, warum niemand früher auf die Idee kam.

 
Fotostrecke: Kalter Markt in Ortenberg 2018

Eine weitere Tradition, die ebenfalls auf dem Kalten Markt weiterlebt, ist, sich für den Winter einzukleiden. Dabei geht es nicht um ausgefallene Ideen, sondern um zweckmäßige, funktionale und strapazierfähige Kleidung. Gerade bei Temperaturen, die sich dem Gefrierpunkt näherten, waren solche Stände stärker frequentiert.

 

Etabliertes Weindorf

 

Die Mischung aus Tradition und Moderne prägte auch den Vergnügungspark mit den Fahrgeschäften. Mit der einzigen Geisterbahn auf vier Ebenen hat der Kalte Markt eine besondere Attraktion nach Ortenberg holen können, die gut besucht wurde. Doch auch Geschäfte, die regelmäßig auf dem Marktplatz stehen, waren beliebt. Gut etabliert hat sich auch das Weindorf auf dem Carl-Fries-Platz. Die Möglichkeit, in gemütlicher Atmosphäre beisammenzusitzen, hat Stammkunden gefunden. In den Abendstunden war kaum noch ein Stehplatz zu finden.

Weniger zufrieden mit den bisherigen Umsätzen sind dagegen die Wirte des Festzelts. Der Freitag sei außergewöhnlich schlecht gewesen, berichtete Festwirtin Julia Widmann. Am Samstagabend war das Zelt dagegen gut besucht. Hunderte Gäste feierten und tanzten zum Teil auf Tischen und Bänken, während Julia Falke mit den Funky Petes mit Schlagern und Rock-Titeln für Stimmung sorgte. Damit der Bierumsatz stimmte, animierte die Band das Publikum immer wieder zum Anstoßen und Trinken.

»Mir kommt’s vor, als ob der Samstag auch schwächer ist als sonst«, sagte Widmann. »Sonst konnte man um elf kaum zwischen den Tischen durchgehen«, erinnert sie sich. Tatsächlich waren in den vorderen Tischreihen, die in früheren Jahren dicht besetzt waren, noch Plätze frei. Widmann vermutet, dass das an der Konkurrenz liegt. »Unser Hauptproblem ist, dass es immer mehr Stände draußen gibt, die Bier verkaufen.« Da könne das Festzelt wegen des großen Aufwands nur schwer konkurrieren.



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