26. Februar 2019, 20:23 Uhr

Jungbrunnen und hungrige Onis

26. Februar 2019, 20:23 Uhr
Dagmar Hoffmann und Michael Weiss leiten musikalisch von einem Märchen zum anderen über. (Fotos: pm)

Die Veranstaltung »Märchen von Feuer, Wasser, Luft und Erde« kürzlich in der Stadtbücherei war ausverkauft, und viele Märchenfreunde hatten keine Karte mehr bekommen. Seit 1997 veranstaltet die Stadtbücherei diese Märchenabende mit großem Erfolg.

»Wo gibt’s das?« – dieser Zwischenruf einer Dame rief allgemeines Schmunzeln hervor. Der Ruf bezog sich auf einen alten Mann, der in eine Quelle stieg und als Jüngling daraus hervorkam. Ganz so einfach war es mit der Wiederherstellung der Jugend dann doch nicht, wie das japanische Märchen zeigte. Seine Frau, die besonders lange in dem Wasser blieb, kam als Baby wieder raus. Wolfgang Rose erzählte dieses Märchen. Viel zu lachen gab es bei einem weiteren japanischen Märchen: »Die furchtlose Alte«, erzählt von Susanna Wickenbrock. Die »Alte« sollte Tag und Nacht für das gierige Oni-Pack Reisklößchen machen. Onis sind kleine, behaarte Wesen mit Hörnern, die immer hungrig sind. Furchtlos und mit Schläue konnte die »Alte« ihnen entkommen. Angela Adhikari stellte »Die Affenprinzessin«, ein ergreifendes Märchen aus Nepal, vor. Ein Prinz, der keine Ahnung von den Folgen hatte, verbrannte das Affenfell seiner Frau. Nach langer Suche fand er sie, konnte sie heilen und wieder in seine Arme schließen. Temperamentvoll gestikulierend erzählte Gaëlle Götz auf Französisch von der Entstehung der Winde. Passend zum Thema gab es in der Pause Windbeutel, Feuerzungen und Erdäpfelschnitten zu essen und Wasser zu trinken. Wie immer hatte das Bücherei-Team alles wunderbar vorbereitet und für das leibliche Wohl in den Pausen gesorgt.

Dagmar Hoffmann und Michael Weiss gestalteten die musikalische Überleitung zu den Märchen mit einer Vielzahl außergewöhnlicher Instrumente. Aber auch bekannte Instrumente wie Harfe und Gitarre wurden eingesetzt. Hoffmann und Weiss erfreuten die Zuhörer mit eigenen Kompositionen, Improvisationen und dem meisterhaften Zusammenspiel einer ausgefallenen Kombination von Instrumenten. Nach drei Stunden entließ Brigitta Sattler das Publikum mit dem Grimm’schen Märchen von »Strohhalm, Bohne und Kohle« – und alle wissen nun, warum die Bohne eine schwarze Naht hat. Nach lang anhaltendem Beifall verließen alle Zuhörer die Stadtbücherei.

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