31. Januar 2019, 16:32 Uhr

Jugendstilverein

Jugendstilverein zieht Bilanz: Erfolge, Pläne und Rückschläge in 2018

Beim Neujahrsempfang des Jugendstilvereins Bad Nauheim zieht der Vorsitzende Bilanz und blickt voraus
31. Januar 2019, 16:32 Uhr
Mitglieder und Verantwortliche des Jugendstilvereins kommen miteinander ins Gespräch. (Foto: pv)

»Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst«, dass dieser Wunsch des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein Wirklichkeit wurde. Das führte Nikolaus Heiss in seinem bebilderten Vortrag »Die Darmstädter Mathildenhöhe – Architektur im Aufbruch zur Moderne« anschaulich vor. Der Architekt und Koordinator der Mathildenhöhe und Mitarbeiter des Welterbe-Antrags sprach zum Neujahrsempfang des Jugendstilvereins im Sprudelhof vor zahlreichen Mitgliedern und Gästen, die er mit seinem Vortrag begeisterte.

Heiss nahm als roten Faden durch seine Darstellung die Kriterien, die zur Aufnahme als UNESCO-Welterbe erfüllt werden müssen und stellte die Mathildenhöhe als »facettenreichen Schmelztiegel der Kunstreform um 1900« vor, die sich in der Bauhaus-Bewegung fortsetzte. Er wies auf die Verbindung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zum Sprudelhof hin, in dem einige Schmuckhöfe Fliesen und Terrakotten des Darmstädters Jakob Julius Scharvogel zeigen.

Den Abend eröffnete Andreas Hilge als 1. Vorsitzender und nannte als großen Erfolg des vergangenen Jahres die Ausstellung »Lichtwende« mit Arbeiten von Clemens Erlenbach – kuratiert von Hiltrud Hölzinger. Der gute Verkauf einiger Arbeiten floss durch Spenden des Künstlers in die Vereinskasse zurück. Das ist zu begrüßen, denn der Jugendstilverein hat es sich seit 1997 zur Aufgabe gemacht, die Stiftung Sprudelhof bei der Finanzierung von dringend nötigen Restaurierungsarbeiten an den Schmuckhöfen und Badehäusern zu unterstützen.

 

Internationale Bedeutung

Als äußerst deprimierend und nicht gerade förderlich für das Engagement des Vereins nannte Hilge den Entschluss der städtischen Politiker, den Plan zur Gestaltung des gesamten Areals rund um den Sprudelhof zu verwerfen und damit die Stellplatzlösung für PKW auszuhebeln. Das führe zum Stillstand einer neuen Ausrichtung des Sprudelhofes und mache alle Initiativen der Stiftung Sprudelhof und des Vereins – wozu auch die Einrichtung eines Jugendstilzentrums gehört – immer wieder auf unbekannte Zeit zunichte, so der Verein.

Als Ausblick auf dieses Jahr stellte Hilge unter anderem den Zusammenschluss der Städte weltweit mit Bauwerken im Jugendstil vor: RANN (Réseau Art Nouveau Network) hat internationale Bedeutung, und Bad Nauheim ist seit 2004 Mitglied dieser Organisation. Die Stadt übertrug die Vertretung bei den Versammlungen von RANN an den Jugendstilverein. 2018 nahmen Friedrich-Karl Feyerabend und Andreas Hilge am RANN-Treffen in Szeged (Ungarn) teil und brachten Ideen zum 20-jährigen Jubiläum der Organisation in diesem Jahr mit. Der Verein wird während des Jugendstilfestivals die Arbeit von RANN und des Jugendstilvereins in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Nauheim präsentieren.

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