28. März 2019, 17:00 Uhr

Junity Friedberg

Jugendhaus freut sich über immer mehr Besucher

Das Friedberger Junity, 2010 eröffnet, ist eine Erfolgsgeschichte. Über 15 000 Besucher wurden 2018 gezählt, 70 pro Tag, mehr als in jedem anderen Jugendtreff in der Wetterau.
28. März 2019, 17:00 Uhr
Ousman Conteh, einer der weltweit besten Hip-Hop-Tänzer, gibt im Junity Tanzunterricht – nur eines von vielen Angeboten. (Foto: Nici Merz)

Als das Junity im Oktober 2010 eröffnet wurde, sollte es ein Ort werden, »wo junge Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und unterschiedlicher Herkunft sich treffen und Gemeinschaft finden«. Insbesondere die Grünen hatten sich für die Jugendfreizeiteinrichtung am Burgfeld stark gemacht. Es gab Zweifel, ob eine dezentrale Jugendarbeit nicht sinnvoller sei. Auch heute noch pochen Politiker aus den Stadtteilen auf mehr Angebote vor Ort. Das Angebot im Junity freilich »sehr gut« angenommen, wie Einrichtungsleiter Lukas Hölzinger am Dienstagabend im Sozialausschuss sagte.

Hölzinger legte einen Bericht über die letzten drei Jahre vor, ergänzt durch Zahlen seit 2012. Demnach wurden 2018 exakt 15 264 Besucher gezählt; in den Jahren zuvor lagen die Zahlen meist deutlich über 12 000. Beim niedrigsten Stand 2015 mit 11 885 Besuchern gab es häufige Personalwechsel. Erfreulich die Zahlen beim Geschlechterverhältnis: 43 Prozent weibliche Besucher. Hölzinger: »Ein sensationeller Mädchenanteil.« In anderen Jugendhäusern seien es gerade einmal zwischen 10 und 20 Prozent.

Vereine und Gruppen nutzen Räume

Der Grund hierfür seien Angebote wie Tanzkurse oder Mädchensaktionstage, aber auch die entspannte Atmosphäre im Haus. Das Café ist zum Treffpunkt für viele Jugendliche geworden. Deutlich gestiegen ist in den letzten Jahren die Raumbelegung durch Vereine und Initiativen. 523 Gruppen nutzten die Räume 2018, im Jahr zuvor waren es noch 321. Im Junity treffen sich die Antifa-BI, eine Basketballgruppe, der Jimbala-Vorstand, aber auch Junge Union, Jusos, Stadtjugendring, Deutsch-Iren oder Europa-Club.

Die Proberäume für Bands werden gut genutzt, viele junge Musiker organisieren auch ihre Konzerte selbst. »Das reicht von Vollchaoten bis zu super-professionellen Teams«, sagte Hölzinger schmunzelnd. Die jungen Leute sollen sich ausprobieren und Verantwortung übernehmen. Eine Band habe nur drei Lieder spielen können, aber alle Freunde über Instagram eingeladen und die drei Lieder dann einfach mehrmals hintereinander gespielt. Das Konzert war laut Hölzinger ein riesiger Erfolg.

Fast 100 Veranstaltungen

99 Eintagesveranstaltungen gab es 2018. Weit über Friedberg hinaus strahlt das Hip-Hop-Tanzfestival »Six 1Cypher« mit Ousman Conteh, der im Junity das Tanzen lernte, jetzt selbst unterrichtet und sich nach einem Wettbewerb dieser Tage bei Paris mit seinem Partner Franklyn Kakyire zu den 16 besten Hip-Hop-Teams der Welt zählen darf (die WZ berichtete). Filme, politische Diskussionen, Kabarett, Handycap-Festival, Kindertheater, Lesungen, Poetry Slam – die Liste der Veranstaltungen ist lang und vielfältig.

Dazu kommen regelmäßige Angebote wie Repair-Café, Zumba, Spieleabende und – laut Hölzinger immer beliebter – Geburtstage und Klassenpartys. Den Jugendlichen wird dabei ein zweistündiges pädagogisches Angebot gemacht (Basteln, Bogenschießen), während die Kinder in der Halle tanzen, warten die Eltern im Café. Das Junity führt auch die Generationen zueinander. Das zeigt nicht nur das (überwiegend von älteren Menschen besuchte) Repair-Café, das zeigen auch die über 70 Kooperationen mit Einrichtungen wie Musikschule, Lebenshilfe, Frauen-Notruf, Polizei oder Ehrenamtsagentur. Sachbeschädigungen gingen »gegen Null«, sagte Hölzinger: »Wenn mal was kaputt geht, kommen die Jugendlichen und sagen Bescheid.« Auch wenn das Junity kein selbstverwalteter Raum ist, nehmen viele Jugendlichen die Einrichtung offenbar so wahr und betrachten sie als »ihr« Jugendhaus.

Dickes Lob von der Politik

Stadträtin Ruth Mühlenbeck (SPD) sprach von einer »großen Erfolgsgeschichte, die dem Team und dem Rückhalt in der Verwaltung zu verdanken ist«. Das Team besteht aus drei pädagogischen Fachkräften und einem FSJler. Das ist knapp bemessen. Bei Krankheiten fallen Angebote weg, sonntags muss das Junity geschlossen bleiben. Die Gehaltseinstufung von Sozialpädagogen sorge nicht unbedingt dafür, dass sich viele junge Menschen um diesen Beruf reißen, sagte Hölzinger. Im Wetteraukreis seien derzeit 15 Stellen für Sozialpädagogen unbesetzt. Hier ist die Politik gefragt, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. (Foto: jw)

 

Info

An fünf Tagen geöffnet

Die Jugendfreizeiteinrichtung Junity am Burgfeld in Friedberg ist fünf Tage in der Woche geöffnet: Dienstags und mittwochs von 15 bis 20 Uhr, donnerstags von 16 bis 22 Uhr, freitags von 16 bis 23 Uhr sowie samstags von 16 bis 22 Uhr. Sonntag und Montag sind Ruhetage, das gilt auch für den ersten Samstag im Monat. Wer sich über das Angebot informieren will, kann dies auf der Website www.junity.de tun. Außerdem gibt es eine Facebook-Seite, beliebter bei den Jugendlichen ist laut Junity-Leiter Lukas Hölzinger aber Instagram, wo regelmäßig aktuelle Fotos von den Aktivitäten im Jugendhaus zu finden sind. (jw)

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