11. Februar 2018, 13:00 Uhr

»Gesammelte Werke«

Jugend-Literaturpreis der Ovag: Einblicke in das neue Buch

Ehre für die Sieger beim Jugend-Literaturpreis: Gerhard Henschel hielt am Donnerstag zur feierlichen Präsentation des neuen Buches der Ovag »Gesammelte Werke« eine hervorragende Laudatio.
11. Februar 2018, 13:00 Uhr
Da haben sie es druckfrisch in den Händen: Das Buch »Gesammelte Werke« der Preisträger des Ovag-Jugend-Literaturpreises. Die Laudatio haben Autor Gerhard Henschel (l.) und Ovag-Vorstand Joachim Arnold (M.) gehalten. (Foto: cor)

»Wenn ich wahllos einen Satz hinschreibe wie ›Er schaute aus dem Fenster‹, so ist er schon vollkommen.«, lautet ein Tagebucheintrag von Franz Kafka aus dem Jahr 1911. Ist ein Satz vollkommen, so ist es auch zugleich verlockend, ihn zu imitieren, weiß Schriftsteller Gerhard Henschel. Doch niemand muss einem Franz Kafka nacheifern. Henschel hielt am Donnerstagabend zur feierlichen Präsentation des neuen Buches der Ovag »Gesammelte Werke« eine hervorragende Laudatio. Die »Gesammelten Werke« beinhalten Texte und Geschichten der 23 Preisträger des 14. Ovag-Jugend-Literaturpreises. Ab sofort ist das Buch zum Preis von 12 Euro, oder als Hörbuch, erhältlich. Drei junge Autoren gewährten den anwesenden Gästen zur offiziellen Präsentation Auszüge ihrer Werke. Das Vocal-Ensemble »Vocalious« von der Musikschule gestaltete die musikalische Umrahmung des Abends.

Als einer der Lektoren hat Gerhard Henschel den jungen Nachwuchsautoren während des viertägigen Workshops in Bad Kissingen mit vielen wertvollen Tipps zur Seite gestanden. Als er im Vorfeld die Texte der 23 Preisträger erhalten habe, sei er von der Qualität, Vielfalt und dem Einfallsreichtum der jungen Literatur-Talente bereits überrascht gewesen. Beim Workshop beeindruckten die jungen Schriftsteller schließlich mit ihrer Selbstsicherheit. »Keine Spur von Eitelkeit«, meinte Henschel. Die sei bei Autoren nicht unüblich. Ein jeder habe schließlich bei Formulierungen persönliche Vorlieben und Abneigungen. So sei auch während des Lektorats debattiert worden. Soll ein Nebensatz gestrichen oder geändert werden?

Nach Bad Kissingen sei Henschel nun davon überzeugt, die Jugend interessiert sich nicht nur für das Dschungelcamp. »Eine radikale Minderheit von Jugendlichen interessiert sich auch für Kummerzeichen oder Metaphern«, sagt Henschel, der für seine Romane, Erzählungen und kulturhistorischen Sachbücher, aber auch für seine Satiren, Polemiken und Grotesken bekannt ist.

»Was treibt junge Menschen zwischen 14 und 23 Jahren an, sich in Flüchtlinge, deren Not und Elend zu versetzen, in Menschen, die unmittelbar vom Krieg betroffen sind, oder einen alten Mann, der über ein sattes Leben räsoniert?«, fragt Ovag-Vorstand Joachim Arnold. »Doch wer schreibt, möchte auch gelesen und gehört werden«, sagte Arnold. »Wer sich einem Publikum stellen will, für den bedarf es einer Art Qualitätskontrolle«, sagte Arnold weiter. Der Jugend-Literaturpreis biete hier gleich zwei Hürden, die Auswahl der Jury und das viertägige Lektorat. Hier begegnen die professionellen Autoren den Preisträgern auf Augenhöhe.

Drei der jungen Autoren gewährten hier schließlich Auszüge ihrer Werke, Vanessa Schweitzer aus Friedrichsdorf mit ihrer Geschichte »Der erste Schnee«, Laura Nold aus Grünberg »Morgens bin ich immer müde« und Patrizia Krug aus Hungen »Die Traumfänger«. Hierbei wurde einmal mehr verdeutlicht, an kreativen Erzählungen und vor allem Qualität mangelt es dem Nachwuchs beim Schreiben sicher nicht.

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