24. Juni 2019, 19:16 Uhr

Jubiläumskonzert begeistert Zuhörer

24. Juni 2019, 19:16 Uhr
Altbekannte Stücke und selten aufgeführte Werke gehören zum Repertoire der Kammerphilharmonie Bad Nauheim. Im Orchester spielen überwiegend in der Wetterau beheimatete Musiker. (Fotos: bf)

Den zahlreichen Besuchern des dritten Sinfoniekonzertes im Rahmen der diesjährigen Sinfoniekonzertreihe wurde schnell klar, dass sie etwas Besonderes erwarten durften. Im Foyer vor dem Konzertsaal war eine Fotoausstellung aufgebaut, die verschiedene Stationen des Orchesters in den vergangenen 20 Jahren zeigte. Orchestermusiker, die sonst die letzten Minuten vor einem Sinfoniekonzert zur Konzentration auf das Konzert nutzen, waren mitten unter den Konzertbesuchern im Foyer zu sehen. Als der Konzertbeginn nahte, machten zehn Bläser des Orchesters mit einem großartigen Kanon auf den Beginn aufmerksam.

Der Schirmherr des Konzertes, Landrat Jan Weckler, ging in seinen Grußworten unter anderem auch auf die Entwicklung der Kammerphilharmonie ein und hob hervor, dass das Orchester aus dem Wetteraukreis mit überwiegend in der Wetterau beheimateten Musikern seit vielen Jahren anspruchsvolle klassische Musik spielt. Das Orchester biete Musik auf hohem Niveau und genieße über die Region hinaus höchste Anerkennung.

Viel Lob für Musiker

Bürgermeister Klaus Kreß schlug in seiner Ansprache einen Bogen von der Gründung der Kammerphilharmonie Bad Nauheim 1999 - mit Unterstützung des damaligen Kulturamtes der Stadt Bad Nauheim - bis zum aktuellen 20-jährigen Jubiläum. Er ging auf die Bedeutung des Ehrenamtes ein, ohne das viele Veranstaltungen kaum zu bewältigen wären. So seien auch die Sinfoniekonzertreihen, die seit einigen Jahren vom Förderverein sinfonische Musik organisiert werden, ein Beispiel dafür, dass nicht jede Veranstaltung und Aktivität in den Händen der Stadt verbleiben müsse. Der Vorsitzende des Fördervereins sinfonische Musik, Diethard Bauer, gratulierte der Kammerphilharmonie zum Jubiläum. Auch wenn der Förderverein erst seit acht Jahren bestehe und Partner der Kammerphilharmonie ist, so sei es schon ein lange vor allem positive Zeit der Zusammenarbeit und er hoffe auf viele weitere Jahre.

Inzwischen Tradition geworden ist in dieser Konzertreihe die geschickte Programmauswahl: So war auch an diesem Sonntag eine beim Publikum beliebte Mischung aus Altbekanntem, nämlich Antonín Dvoráks Sinfonie Nr. 9 »Aus der neuen Welt« und musikalisch wertvollen und abwechslungsreichen, aber seltener aufgeführten Werken wie Nino Rotas Concerto festivo, und die Symphonie Espagnole von Edouard Lalo zu hören. Rota überrascht hier immer wieder durch packende Rhythmik und ironisch-witzige Wendungen. Gerade die Bläser der Kammerphilharmonie glänzten hier mit ihrer einnehmenden Präsenz. Edouard Lalos Symphonie Espagnole entpuppte sich als Violinkonzert, welches von Helena Knapp, Solovioline, musikalisch ausgereift und technisch souverän vorgetragen wurde.

Perfekt abgestimmt

Bei einem perfekt abgestimmten Wechselspiel zwischen Orchester und Solistin bekam Knapp durch das Orchester einen Klangteppich unterlegt, auf dem sie ihr geigerisches Können voll zur Geltung bringen konnte. Auch die in ihrem Ausdruck sehr unterschiedlichen und kurzweiligen fünf Sätze, teilweise sogar im Zingarese-Stil vorgetragen, fordern allein schon bei einer Konzertdauer von 35 Minuten ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer: In jeder Hinsicht durfte sich hier der Hörer an einer beachtlich brillanten Leistung erfreuen.

Nach der Pause erklang eine beeindruckende Interpretation von Dvoráks berühmter Sinfonie Nr. 9 »Aus der neuen Welt«. Michael Höfele auf dem Englisch Horn, war eine interpretatorische Glanzleistung. Aber auch die hochwertige Darbietung der übrigen Sinfoniesätze zeigte den künstlerischen Anspruch dieses Orchesters.

Der Kammerphilharmonie gelang eine durchgängig hochwertig musikalische Darbietung, die den künstlerischen Anspruch von Karin Hendel (Konzertmeisterin) und Uwe Krause (Leitung) deutlich macht. Dieses Duo, der Motor des Orchesters, funktioniert perfekt: Der Streicherapparat folgt seiner Konzertmeisterin in einer Weise, welche nur durch eine langjährige Zusammenarbeit möglich wird. Die Besucher bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus.

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