19. April 2018, 05:00 Uhr

Arnold-Nachfolger

Jan Weckler mit Swing-Musik als Landrat vereidigt

Eine »vertrauensvolle Zusammenarbeit im Konsens wie im Dissens« hat der neue Landrat Jan Weckler (CDU) allen Parteien und Institutionen bei seiner Amtseinführung versprochen.
19. April 2018, 05:00 Uhr
Jürgen Wagner
Der neue Landrat Jan Weckler schwört den Eid auf die Verfassung; rechts Kreistagsvorsitzender Armin Häuser. (Foto: Nici Merz)

Die Kreistagsabgeordneten hatten bereits eine dreistündige Sitzung hinter sich, als Jan Weckler vom Kreistagsvorsitzenden Armin Häuser (CDU) als Landrat verpflichtet wurde und seinen Eid auf die Verfassung schwor. Die Marvin Dorfler Big Band spielte Swing, viele Ehrengäste waren ins Kreishaus gekommen, darunter der Präsident des Hessischen Landtages Norbert Kartmann.

Der Kreistag stellte zuvor die Weichen für das weitere Vorgehen. Laut Koalitionsvertrag rückt die Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) auf, wird Erste Kreisbeigeordnete; die CDU stellt ihren Nachfolger. Die Koalition beschloss die Bildung eines Wahlvorbereitungsausschuss, hier gab es den erwarteten Gegenwind der Opposition.

Peter Heidt (FDP) schlug vor, das »erfolgreiche Tandem« Weckler/Becker-Bösch in dieser Konstellation weiterarbeiten zu lassen. Trotz des intensiven Wahlkampfs mit »unglaublich vielen Pressemeldungen« sei die Verwaltung problemlos weitergelaufen. Auf den dritten Hauptamtlichen könne daher verzichtet werden.

Wer rückt in die Kreisspitze nach?

Ein weiterer Hauptamtlicher werde den Kreis rund 2 Millionen Euro kosten, rechnete Klaus Herrmann (AfD) vor. Die Wahl sei der Beleg dafür, dass der Kreis wieder über Geld verfüge, meinte Michael Rückl (Grüne), während Sebastian Wysocki (CDU) das Vorgehen verteidigte. Selbst in kleineren Landkreisen gebe es drei Hauptamtliche.

Bleibt die Frage, wen die CDU ins Rennen schickt. Ein möglicher Kandidat wäre der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Karl-Peter Schäfer (61, Bad Vilbel), der bereits zwei Dezernate verantwortet (Abfallwirtschaft und Informationstechnologie). Schäfer mag kein Kandidat sein, den die CDU für eine Weckler-Nachfolge »aufbauen« könnte. Aber das ist momentan auch nicht nötig. Oder wird es ein Politiker aus dem Ostkreis? Patrick Appel (28, Büdingen) wäre eine Option.

Bei der Amtseinführung am Abend war diese Debatte bereits Vergangenheit. Neben Kartmann sprachen auch Regierungsvizepräsident Dr. Alexander Böhmer, Matthias Drexelius vom Hessischen Landkreistag und Herbert Unger für die Bürgermeisterkreisversammlung Grußworte vor den rund 200 geladenen Gästen.

Wecklers Positionsbestimmung

Wecklers Ansprache war eine Positionsbestimmung: Was wollen die Menschen und welche Aufgaben kommen auf ihn als Landrat zu? »Auch denen, die andere Meinungen vertreten, biete ich den Dialog an, wohl wissend, dass wir nicht immer auf einen Nenner kommen müssen«, sagte der neue Landrat. Frei nach Luther wolle er den Menschen »aufs Maul schauen«.

Der 46-jährige Ober-Mörler ist jetzt Vorgesetzter von 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im drittgrößten Landkreis Hessens. Ob er auch der letzte direkt gewählte Landrat der Wetterau ist, bleibt offen. Die Abschaffung der Landratsdirektwahl sei derzeit in Wiesbaden kein Thema, sagte Weckler. Das Anliegen, den Landkreis durch die Direktwahl stärker ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, sei in der Vergangenheit »ohne nachhaltigen Erfolg« geblieben.

Die Marvin Dorfler Big Band hatte ihr Programm auf den Anlass abgestimmt. Zur Eröffnung erklang »Feeling Good« von Michael Bublé, später spielte die Band den Song »Kompromisse« von Roger Cicero. Kompromisse, soviel ist sicher, wird Weckler in seinem Amt eingehen müssen.

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