Wetterau

Interview mit dem Heiligen Gottfried

/Ober-Mörlen (udo). 32 Gemeinden und Kirchen nahmen am Wochenende mit verschiedenen Angeboten, die vom gemeinsamen Essen und einem Fackelzug bis zu Führungen, Meditationen und Musik reichten, an der zweiten ökumenischen »Wetterauer Nacht der Kirchen« teil. Diese ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Wetterau, in der sich über 60 christliche Gemeinden zur Förderung der Ökumene zusammengeschlossen haben. So war auch die katholische Kirche St. Remigius in Ober-Mörlen illuminiert, und es wurde ein interessantes Programm geboten.
17. Juni 2019, 19:46 Uhr
Udo Dickenberger

/Ober-Mörlen (udo). 32 Gemeinden und Kirchen nahmen am Wochenende mit verschiedenen Angeboten, die vom gemeinsamen Essen und einem Fackelzug bis zu Führungen, Meditationen und Musik reichten, an der zweiten ökumenischen »Wetterauer Nacht der Kirchen« teil. Diese ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Wetterau, in der sich über 60 christliche Gemeinden zur Förderung der Ökumene zusammengeschlossen haben. So war auch die katholische Kirche St. Remigius in Ober-Mörlen illuminiert, und es wurde ein interessantes Programm geboten.

Der Abend in der Basilika in Ilbenstadt bot beinahe alles. Er begann mit einem Eröffnungsgebet, mit Glockengeläut und einer heiligen Messe. Eine spirituelle Kirchenführung und eine Kirchenrallye folgten. Auf das Konzert des Basilikachors folgten der Auftritt des »Chors ohne Leiter« aus Büdesheim und das Interview »Dem heiligen Gottfried begegnen«. Das gesungene Komplet und das Lagerfeuer schlossen den Abend ab.

Pfarrer Bernd Richard erläuterte den Ablauf des Abends. Es gelte, ein Zeichen für den Austausch zu setzen. Jörg-Alfons Hutter musizierte beim Gottesdienst an der Orgel. Er sprach von der Kraft Gottes, in der die Menschen gründeten. Während des gesamten Abends konnte die Rallye bewältigt werden, die an der Figur Samsons unter der Kanzel begann und die Kenntnisse und Wissen forderten.

Rudelsingen mit Gitarre

Unter Leitung von Jan Frische begann der Basilikachor sein Programm mit einem verfremdeten »Halleluja«, einem Stück von John Dowland und einem Glaubensbekenntnis. Weiter standen Titel aus dem Musical »Amazing Grace« im Mittelpunkt. Im April hatte der Chor an einer Aufführung des gleichnamigen Musicals in der Stadthalle in Friedberg mitgewirkt. Im Medley schienen mehrere bekannte Titel auf. Mit ruhigen Klängen, einem Gospel und mit »Gottes guter Segen über euch« klang der Auftritt aus.

Pfarrer Richardt lud mit seiner Gitarre zum Rudelsingen ein.

Der Basilikakustode Reinhard Schwarz begann seine Kirchenführung mit Betrachtungen darüber, was die Steine der Basilika berichten könnten. Immer sei in der Kirche das Wort Gottes verkündet worden. Den ganzen Tag über könne man in der Kirche Ruhe und Besinnung finden. Exkurse galten dem Reliquienkult, den Heiligen als Mittlerfiguren zwischen Gott und den Menschen, dem achteckigen Taufstein und der Zahlenmystik sowie den Heiligenfiguren auf den Pfeilern.

Der »Chor ohne Leiter« begann mit einem indianischen Lied und ließ ruhige Stücke folgen. Popadaptionen und »Ubi caritas« wechselten miteinander ab. Mit Leonard Cohens »Halleluja« und mit »The peace of the world be with you« ging der Auftritt zu Ende. In einem »Interview« aus der Entstehungszeit der Kirche befragte Nadja Palki die Heiligen »Norbert von Xanten« (Jan Niklas Meisinger) und »Gottfried von Cappenberg« (Simon Beranek). Beide beschrieben ihre Bekehrungserlebnisse und Ausbruchsversuche. Gottfried erläuterte seinen Weg zu Armut und Gehorsam und seine Mitwirkung am Brand des Doms von Münster.

Karben (geo). Der Kirchenchor der katholischen Kirche Sankt Bardo in Petterweil singt. Einige Besucher haben auf den Kirchenbänken Platz genommen und hören zu. Andere lenken ihren Blick zur Orgel.

Von den Beatles bis hin zu Gospels, englischer Chorliteratur und Jazz wird ein buntes Programm geboten. Walke bietet eine Orgelführung an. Das Instrument verfügt über 15 klingende Register, davon acht durch Wechselschleifen auch auf dem zweiten Manual spielbar. In einem zentralen Gebet beteten die Besucher still für sich. Auf einer der Kirchenbänke sitzt Hiltburg Hartmannsheen aus Petterweil. Sie hat die Patenschaft einer Orgelpfeife übernommen, um die Anschaffung des Instrumentes zu unterstützen.

Die komplette Innenrenovierung der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kirche erfolgt voraussichtlich 2021. Dann wird auch die historische Bürgy-Orgel wieder eingebaut.

Der Innenraum der Kirche ist mit roten, grünen und blauen Lichtkreisen an der Decke und den Wänden illuminiert. Ein Mikrofon und zwei Gitarren stehen bereit. Gerhard Radgen und Gerhard Zintl laden zum Mitsingen von Anbetungsliedern ein. »Aktuelles Gesprächsthema ist das Konstrukt der Gesamtkirchengemeinde in Karben zum Jahreswechsel«, sagt Pfarrer Christian Krüger. Volker Fuchs, Vorsitzender des Kirchenvorstandes ist wegen der Gemeinschaft und der Musik gekommen. Torsten Block vom Kirchenvorstand lässt sich ein Glas Weißwein von kircheneigenen Weinbergen schmecken. »Mir gefällt die Beleuchtung in der Kirche«, sagt er. Zur Nacht der Kirchen hat die katholische Kirche St. Bonifatius eine große Freifläche in der Mitte geschaffen. Dort liegt ein Labyrinth, gelegt aus Tüchern, Seilen und Kerzen und einer Schale mit Äpfeln in der Mitte. »Man kann es in Gedanken gehen, darin laufen oder tanzen«, sagt Christina Schuster von der Gemeinde. Das angestrahlte Rosenfenster, das auch Titelbild des Programmheftes ist, lädt zur Betrachtung und Meditation ein. Das Fenster mit dem Marienaltar bietet eine besondere Raumerfahrung. Einige Besucher malen ein Mandala zum Rosenfenster. »Die Grundidee ist die, die Gemeinschaft der Christen in der Wetterau zu präsentieren und bekannt zu machen. Das Programmheft hat schon einen Wert für sich«, erklärt Peter Noss, einer der Organisatoren, der per Moped verschiedene Kirchen besuchte. Besucherin Birgit Fehse gefällt die Veranstaltung: »Das Programm ist vielseitig. Jede Kirche bietet etwas anderes, doch es könnten mehr Besucher sein. Die Veranstaltung sollte besser beworben werden.«

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