03. Juli 2017, 18:24 Uhr

Integration geht durch den Magen

03. Juli 2017, 18:24 Uhr
Viel Spaß haben die Kursteilnehmer bei der Vorbereitung der Speisen zusammen.

Eng ging es am Mittwochnachmittag in der großen Küche der Evangelischen Familienbildungsstätte Wetterau in der Bismarckstraße zu. Um die 20 Frauen und Männer bereiteten das große Büfett für das Sommerfest als Abschluss des zweiten Kurses »Kochen ohne Grenzen« vor. Seit Herbst vergangenen Jahres hatten Flüchtlinge und Deutsche gemeinsam ganz unterschiedliche Speisen aus ihrer Heimat gekocht, aber auch Grüne Soße und Handkäs mit Musik hergestellt. Dabei lernten sich die Menschen aus Afghanistan, Syrien, Eritera sowie die einheimischen Teilnehmer besser kennen und verstehen.

»Bei uns ist es immer sehr lustig«, sagte Ulrike Winkel, die den Kurs zusammen mit Birgit Weddig im zweiten Jahr leitet. »Ja, es macht viel Spaß, ich habe schon zu Hause viel gekocht, auch wenn ich kein Koch bin«, sagte Ekramudin Kamalzada, der im Februar letzten Jahres nach Friedberg gekommen war. »Er ist unser Küchenchef«, sagte Weddig. Mit Johanna Link aus Dorheim und der Friedbergerin Alina Hotz sind auch zwei junge deutsche Frauen dabei. »Man lernt so viel«, sagen beide. Alle waren sehr beschäftigt, schnippelten, rührten oder standen am Herd. Es wirkte manchmal etwas chaotisch, doch das Ergebnis der vierstündigen Kochsession konnte sich am folgenden Tag sehen lassen. Auf dem großen Büfett im Flur der Familienbildungsstätte waren um die 20 Speisen aufgebaut – von Humus und Linsensalat über Kichererbsen-Minzsalat und Tabouleh bis hin zu Hirse- und Hackfleischbällchen, türkischen Frikadellen und einer ganze Reihe verschiedener Cremes. Der Anblick der Speisen faszinierte die Gäste so sehr, dass kaum einer in den Saal gehen wollte. Dort konnte schließlich Anna Lehnen, Fachbereichsleiterin Pädagogik und Gesundheit in der Familien-Bildungsstätte, neben den Kursteilnehmern auch viele Gäste, darunter Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Wolfgang Dittrich vom Evangelischen Dekanat Wetterau, begrüßen. »Dieser Kurs ist ein toller, riesengroßer Erfolg« sagte Lehnen, die dem Dekanat für die finanzielle Unterstützung und den Kursleiterinnen für ihr großes Engagement dankte.

»Wir standen jede Woche vier Stunden in der Küche und sind ein große Familie geworden«, sagte Ulrike Winkel. »Kochen verbindet und kennt keine Sprachbarrieren«, sagte Becker-Bösch in ihrem Grußwort. Sie würde sich freuen, wenn das Projekt fortgesetzt werden könnte. Dazu vermeldete Wolfgang Dittrich: »Der Nachfolgeantrag für Mittel aus dem Armutsfonds des Dekanats ist bereits gestellt. Ich gehe davon aus, dass es weitergehen wird.« Nach dieser Nachricht machte es Anna Lehnen kurz: »Integration geht durch den Magen, und somit ist das Büfett eröffnet.« (Foto: lod)

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