30. September 2019, 20:41 Uhr

Insektenschutz im eigenen Garten

30. September 2019, 20:41 Uhr
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Aus der Redaktion
Natur hautnah: Im Herbst kann man Heuschrecken beobachten, die ihre ganz eigentümlichen Gesänge durch den Garten klingen lassen. (Foto: dpa)

Privatgärten bilden ein ungeheures Naturschutzpotenzial, das allerdings noch viel zu wenig genutzt wird. Das betont Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Matthias Walther in einer Pressemitteilung. Er wirbt deshalb für aktiven Artenschutz im heimischen Garten. »Es gibt bestimmte Arten, die mit vielen Biotopen zurechtkommen und leicht auch im Privatgarten überwintern, sofern der Mensch die Lebensgrundlagen der Insekten nicht zerstört.«

So bietet eine Wildblumenwiese nicht nur etwas für das Auge des naturliebenden Menschen. Die scheinbare Unordnung der Natur ist zudem ein wertvolles Biotop, das von ungezählten Arten vom Frühjahr bis zum Spätsommer genutzt wird.

Altgrasstreifen stehen lassen

Sind es im Frühjahr vor allem Solitärbienen und Hummeln, Käfer und Schmetterlinge, so kann man im Herbst die Heuschrecken beobachten, die ihre ganz eigentümlichen Gesänge durch den Garten klingen lassen. Ihr »Gesang« entsteht durch das Aneinanderreiben von Flügeln oder Beinen und ist eine typische Geräuschkulisse aus Wiesen und Gebüschen, die immer mehr zur Seltenheit werden.

Zwei Unterordnungen der Heuschrecken lassen sich unterscheiden: Zum einen die Langfühlerschrecken, wie etwa das bekannte Große Heupferd, und Kurzfühlerschrecken, zu denen die Grashüpfer gehören. Die Farbe des Tieres allein eignet sich aber nicht als Bestimmungsmerkmal - mitunter gibt es sogar rosafarbene Tiere.

Heuschrecken bringen nur eine Generation pro Jahr hervor. Im Frühjahr schlüpfen sie aus den Eiern, durchlaufen mehrere Larvenstadien und sind dann im Sommer erwachsen. Die Eier der Heuschrecken werden in den Boden gelegt oder in Pflanzenstängel. Gerade Randbereiche und Saumstrukturen sollten deshalb nicht zu oft oder nicht in jedem Jahr gemulcht werden, damit der Nachwuchs für das kommende Jahr gesichert ist, rät Walther.

Auf größeren Grünflächen im Garten oder bei der landwirtschaftlichen Wiesennutzung kann man sehr einfach Heuschrecken und viele andere Arten fördern, indem man Altgrasstreifen stehen lässt und Teile der Fläche nicht mäht. Idealerweise lässt man über den Winter bis zur regulären Mahd einen Teil der Wiese stehen. Walther: »Das ist gut für die Überwinterung der Eier und Larvenstadien von Insekten und bietet Deckung im Winter.«

Geht das nicht, kann man zumindest einen räumlich wechselnden Flächenanteil von einer bis zur nächsten Mahd stehen lassen - alle Tiere, die das Mähen überleben, ziehen sich dann in diesen Schutzraum zurück. »Für Landwirte kann es hierfür eine finanzielle Förderung über das Programm ›HALM‹ geben«, erinnert Walther.



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