04. November 2019, 11:00 Uhr

Saisonabschluss

Immer weniger Tuningfans kommen zum »Ausglühen« in Florstadt

Das Interesse am traditionellen »Ausglühen« der Tuningfans im Gewerbegebiet Nieder-Mockstadt sinkt immer weiter. Gerade Mal 39 getunte Autos gab es in diesem Jahr zu sehen.
04. November 2019, 11:00 Uhr

Auf einige wenige Funken ist das »Ausglühen«, das traditionelle Treffen der Tuningfans zum Saisonausklang, geschrumpft. Wo früher hunderte Besucher mit ihren Autos die Shell-Tankstelle im Gewerbegebiet verstopften, standen dieses Mal zur besten Zeit nur 39 getunte Autos.

Manch einer der Teilnehmer mag sich noch an die Hochzeiten der inoffiziellen Tuning-Treffen im Gewerbegebiet Nieder-Mockstadt erinnern. Damals strömten die Besucher schon am frühen Abend auf das Tankstellengelände, um noch einen guten Platz zu ergattern. Zu Spitzenzeiten stellte die Tankstelle den Benzinverkauf ein, weil Kunden nicht mehr an die Zapfsäulen fahren konnten.

Mit den wachsenden Teilnehmerzahlen baute auch die Polizei ihre personelle und technische Präsenz aus. Schließlich waren Dutzende Beamte an zwei Kontrollpunkten im Einsatz. Einer hatte sich auf Fahrzeugumbauten spezialisiert und konnte die Grenzen der Legalität genau definieren. Immer wieder wurde Fahrzeugen die Weiterfahrt untersagt, manche Besucher mussten vor Ort die Reifen wechseln, bevor sie mit ihren Autos wieder nach Hause fahren durften.

Tuning-Treffen Florstadt: Teurer und aufwendiger Umbau eines Transporters

Von diesem Niveau war das Ausglühen in diesem Jahr weit entfernt. Kurz nach acht Uhr zählte der Leiter des Ordnungsamtes, Jörg Hebbe, 26 getunte Autos. Mit 39 Fahrzeugen war um 21 Uhr der Höhepunkt erreicht. Kurz nach 22 Uhr war das Treffen, das früher bis nach Mitternacht ging, nahezu beendet. Die Polizei war mit zwei Streifenwagen vor Ort. Die Beamten kontrollierten 12 Fahrzeuge und registrieren Mängel an vier Autos.

Die Fahrzeuge waren bis auf wenige Ausnahmen nahe an der Serie und automobile Massenware. Zu den Höhepunkten zählte der VW-Transporter von Milos aus dem Taunus. Unübersehbar ist er mit seiner dreifarbigen Lackierung und dem Design an den Van der amerikanischen Action-Serie »A-Team« angelehnt. Doch das Tuning beschränkt sich nicht nur auf Äußerlichkeiten wie Lack oder das extrem tiefergelegte Originalfahrwerk. Die wahren Kostbarkeiten verbirgt der Transporter der Baureihe T 3 im Inneren. Für Fahrer und Mitfahrer stehen vier noble Schalensitze der Marke Recaro bereit. Diese dienen nicht nur der Show, sondern vor allem dem Seitenhalt in schnell gefahrenen Kurven. Denn Milos hat unter der Ladefläche einen 4,2-Liter V8-Motor aus dem Audi A 9 mitsamt passendem Getriebe verbauen lassen

Insgesamt vier Jahre hat der Umbau gedauert. Er war nicht ganz billig. »Für den Bus hätte ich auch einen Shelby-Mustang bekommen«, sagt Milos. Er wollte aber ein Auto mit Nutzwert. »Ursprünglich wollte ich einen GMC Vandura wie der vom A-Team«, kommt er auf das Vorbild zu sprechen. Doch alle Teile in den USA über das Internet zu bestellen oder dort selbst zu kaufen, war ihm der Spaß dann doch nicht wert.

Dass die Tuning-Fans opferbereit sind, bewies eine junge Frau aus Schotten. Letztes Jahr war sie mit einer grauen BMW E 36 Limousine gekommen, in die sie viel Geld investiert hatte. Doch der letzte Umbau hatte dem BMW nicht gut getan. Einen Monat nach dem letzten Ausglühen sei ihr das Heck ausgebrochen, sagte sie. »Das war eine blöde Kurve, und ich hatte ein neues Fahrwerk drin.« Es ärgere sie, dass sie in den Gegenverkehr geraten sei, sagte sie, kurz bevor sie mit röhrendem Auspuff nach Hause fuhr.

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