07. August 2019, 14:00 Uhr

Hunde zu Gast

Hundepension: Wenn Frauchen und Herrchen im Urlaub sind

Mit seiner Hundepension Lalu im Feld bei Bruchenbrücken hat sich Ralf Mörschel einen Lebenstraum erfüllt. Dort kommen Hunde unter, wenn Frauchen oder Herrchen arbeiten - oder im Urlaub sind.
07. August 2019, 14:00 Uhr
»Hunde waren schon immer meins«, sagt Ralf Mörschel. Hier kümmert er sich auf der großen Wiese vor den abgeteilten Auslaufflächen um (v. l.) China, Paula, Rudi und Harry. (Foto: Rohde)

Der Hund ist des Menschen bester Freund und nach den Katzen mit 9,2 Millionen Exemplaren das zweithäufigste Haustier in Deutschland. Was aber tun, wenn Frauchen oder Herrchen in Urlaub fahren oder gar fliegen? Wer Glück hat, ergattert einen Platz in einer Hundepension - beispielsweise in derjenigen von Ralf Mörschel. Aus dem Friedberger Stadtteil Bruchenbrücken heraus fährt man noch ein kleines Stück Weg durch die Felder, bevor man - an der Grenze zur Assenheimer Gemarkung - zu Mörschels Aussiedlerhof gelangt. Fröhliches Bellen begrüßt den Besucher. Auf der Auslauffläche vor dem ehemaligen Kuhstall springen fünf Hunde unterschiedlicher Größe munter umher, bereit, jeden Ankömmling erfreut schnüffelnd zu begrüßen.

Sybille Saenger wird besonders herzlich willkommen geheißen, denn sie ist hier bei Mensch und Tier bestens bekannt. Es ist 16.30 Uhr, und nach einem langen Arbeitstag freut sie sich auf ein Wiedersehen mit ihrer Hündin Paula. Die Freude ist beiderseits; Paula, die eben noch fröhlich mit ihren vierbeinigen Kameraden über die Wiese tollte und mit ihnen um Streicheleinheiten von Ralf Mörschel buhlte, hat nun nur noch Blicke für ihr Frauchen. Der Hütehundmischling ist einer der zehn Tagesgäste in der Hundepension. »Es ist optimal, denn ich möchte Paula tagsüber nicht allein lassen, und hier ist sie bestens aufgehoben«, sagt Saenger.

Den Kuhstall umgebaut

Insgesamt bietet die Hundepension Lalu (ein dezenter Hinweis auf die gute Landluft, die die Hunde dort genießen können) 20 Plätze in 13 großen Boxen. Der gelernte Landwirt Mörschel hat dafür sukzessive den ehemaligen Kuhstall umgebaut. Den Ausschlag dazu hatte nach seinem Meisterabschluss 1995 die Erkenntnis gegeben, dass er sich für die Modernisierung seines kleinen Hofes auf Lebenszeit hätte verschulden müssen. Mörschel gab die Viehhaltung auf, arbeitete im Katasteramt in Frankfurt, bevor er eine Anstellung im Rosbacher Forst erhielt.

Morgens und abends die Versorgung der Hunde, tagsüber unterwegs im Wald - Ralf Mörschel ist glücklich und sieht beide Tätigkeiten als gute Ergänzung zueinander. Für den ausgeprägten Hundeliebhaber - »Hunde waren schon immer meins« - beginnt der Arbeitstag um 6.30 Uhr. Dann werden die Übernachtungshunde in den Auslauf gelassen, und mit seinem eigenen Hund sowie den bis dahin bereits eingetroffenen Tagesgästen, je nachdem zwischen zwei und sieben Hunden, unternimmt er einen Spaziergang durch die Felder. Danach folgen Fütterung, Befüllung der Wassernäpfe und die Reinigung der Boxen.

Hundepension: Wer kann mit wem?

Wenn sich Mörschel auf seinen Weg in den Rosbacher Forst macht, übernehmen Familienmitglieder und Aushilfen die Betreuung der Hunde. Die haben von 10 bis 12.30 Uhr Ruhezeit in den Boxen, danach für eineinhalb Stunden Auslauf auf den großen, teilweise unterteilten Wiesenflächen, von 14 bis 17 Uhr wieder Ruhezeit. Nach Mörschels Rückkehr folgen ab 17 Uhr für zwei Stunden wieder Auslauf, Spaziergang und Fütterung sowie die Reinigung der Boxen, aus denen die Tagesgäste bereits abgeholt worden sind.

Die Tageshunde verstehen sich generell gut. »Die sind wie eine Kindergartengruppe, die kennen und mögen sich«, sagt Mörschel. Ein »Neuer« muss sich erstmal in der Gruppe bewähren, wenn er bleiben will. Die Übernachtungsgäste erfordern mehr Beobachtung. Wer kann mit wem, wer kann gar nicht? Manchmal wünschen auch die Besitzer, dass ihr Liebling alleine untergebracht wird.

Für Silvester bereits alles belegt

Die Nachfrage ist groß: 115 Absagen für potenzielle Übernachtungsgäste hat Mörschel diesen Sommer erteilt, die zehn Ferienplätze sind in der Regel ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht. Auch für Silvester ist bereits alles belegt. Für Tagesgäste sind je nach Größe zwischen 14 und 16 Euro täglich zu zahlen, für Übernachtungsgäste 24 bis 26 Euro.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bruchenbrücken
  • Frauchen
  • Haushunde
  • Herrchen
  • Hundefreunde
  • Urlaub und Ferien
  • Friedberg-Bruchenbrücken
  • Hedwig Rohde
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos