25. Oktober 2017, 21:00 Uhr

Horror und Fantasy an realen Orten

25. Oktober 2017, 21:00 Uhr
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Von Corinna Weigelt
Halten das fertige Werk in den Händen (v. l.): Jule Heck, Ursula Luise Link, dahinter Andreas Arnold, Rita Greve und Petra Zeichner. (Foto: cor)

Im Sommer 2011 fanden sich erstmals Autorinnen und Autoren zusammen, um sich über ihre selbst verfassten literarischen Texte auszutauschen. Mittlerweile ist aus »Wetteratur« (ein Kunstbegriff aus Wetterau und Literatur) eine Projektgruppe geworden. Nun präsentieren die fünf Autoren Petra Zeichner, Andreas Arnold, Rita Greve, Jule Heck und Ursula Luise Link ihr erste gemeinsames Werk: Die Anthologie »Fantastische Landschaften: Die Wetterau«.

Die Autorinnen und Autoren der »Wetteratur«-Projektgruppe befassen sich seit Jahren mit der Literatur und Kurzgeschichten. Nun lassen sie gemeinsam die Wetterau lebendig werden, mit Sagen, Fabeln, Gruselgeschichten, Mystisch-Mythisches und auch Fantasy. Interessant dabei, die Erzählungen spielen an realen Orten. So befinden wir uns bei Jule Heck in Münzenberg, die in ihrer Fabel gesellschaftlich und sozialkritisch von einem Jungen erzählt, der einen Jungstorch tötet und danach schrecklichen Erlebnissen ausgesetzt wird. »Mich hat etwas Neues gereizt«, erzählt Heck, die seit Jahren für ihre Regionalkrimis bekannt ist.

In Friedbergs Katakomben

In der Geschichte »Totenstille« von Andreas Arnold geht es weit hinab in die Katakomben Friedbergs, wo ein namenloses Grauen unterirdische Gänge durchstreift und sich seine Opfer sucht.

Eine Geschichte mit Fantasy und auch Horror-Elementen, die Spannung verspricht. Petra Zeichner, Gründerin der Literaturgruppe, nimmt die Leser mit in das Jahr 1552 auf das Schloss Büdingen, als die »Alchemistin von Büdingen« hier eine Hofapotheke eingerichtet hat. »Die Motivation, anderen Menschen zu helfen, konnte damals sehr gefährlich sein«, sagt Zeichner in Bezug auf frühere Hexenverbrennungen und ihre fiktive Figur. Für ihre Geschichte recherchierte sie im Stadtarchiv und nahm auch an städtischen Führungen teil. »Das war auch für mich sehr spannend.« Ursula Luise Link liebt die Satire. Für die »Fantastischen Landschaften« hat sie gleich mehrere Kurzgeschichten beigesteuert. Sie erzählt von Burggespenstern in Rockenberg oder auch von einem Hexenprozess in Nieder-Mörlen. Ebenso gibt es eine Lügengeschichte über die Wetter.

Rita Greve schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. Bekannt ist sie aber auch für ihre malerischen Arbeiten, die dem fantastischen Realismus zugeordnet werden. Im Buch erzählt sie nicht nur eine Geschichte über einen Kirschbaum, sondern auch über die alte Stammheimer Mühle. Von Greve stammt auch das Cover des Buches, die Pastellzeichnung eines Waldweges, die das Mystische und das Fantastische erneut unterstreichen soll.



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