21. Juni 2017, 07:00 Uhr

Jürgens-Interpretation

Hommage an Udo im Alten Hallenbad

Schon ein Jahr vor dem Tod von Udo Jürgens hat Michael von Zalejski mit »Merci Udo« eine Hommage an den Österreicher entwickelt Nun trat von Zalejski in Friedberg auf.
21. Juni 2017, 07:00 Uhr
Michael von Zalejski überzeugt im Alten Hallenbad mit Werken von Udo Jürgens und zeigt sich von der Konzertstätte beeindruckt: »Was für ein besonderer, bemerkenswerter Ort mit einer speziellen Atmosphäre und einer langen Tradition.« (Foto: lod)

»Ich habe Udo für meine Examensarbeit interviewt«, erzählt der Hannoveraner, der an der dortigen Hochschule für Musik Klavier und Gesang studiert und heute einen Lehrauftrag für Klavier hat. Am Samstagabend war von Zalejski zu Gast im Theater Altes Hallenbad, das es dem Musiker sichtlich angetan hatte. »Was für ein besonderer, bemerkenswerter Ort mit einer speziellen Atmosphäre und einer langen Tradition«, sagte der Musiker, nachdem er singend mit »Noch drei Minuten« aus dem 2011 erschienen 41. Jürgens-Studio-Album »Der ganz normale Wahnsinn« die Bühne betreten hatte.

Was folgte, war tatsächlich kein »Gedenk- oder gar Trauerkonzert für Udo Jürgens. Der Hannoveraner konzentrierte sich hauptsächlich auf die Songs, mit denen Jürgens seinen Fans Botschaften vermitteln wollte. Viele sind gar nicht so bekannt, wie »Damals wollte ich erwachsen sein«, »In allen Dingen lebt ein Lied« oder das 2014 auf dem letzten Album erschienene »Wohin geht die Liebe«, das Jürgens nicht mehr live singen konnte. »Das ist so ein schönes kleines Lied, das meiner Meinung nach mit Klavierbegleitung erst so richtig wirkt«, erläuterte der Künstler, der mit seinem Klavierspiel, aber auch hin und wieder mit seiner Stimme seinem Vorbild sehr nahekam, ohne jedoch als Imitator zu wirken.

Hervorragend waren seine Arrangements und sein virtuoses Spiel auf dem Flügel. Natürlich spielte er auch einige Jürgens-Klassiker wie »Das ehrenwerte Haus«, das in einer Textzeile zur Hommage ans »Alte Hallenbad« wurde – und auch »Griechischer Wein«. Letzteren jedoch, so wie ihn Jürgens auf seinen letzten Tourneen gespielt hat – viel ruhiger und intensiver als das Original, das zum größten kommerziellen Erfolg des Österreichers geworden war. »Udo wollte gerade mit diesem Lied etwas aussagen«, sagte von Zalejski, der zwischen den Songs immer wieder Anekdoten und Geschichten über Udo Jürgens erzählte, aber auch von persönlichen Erlebnissen berichtete.

Nach wenigen Liedern überraschte von Zalejski mit einem besonderen Lob an Techniker Leon: »Wir haben kaum was besprochen, er zaubert so ein tolles Licht.« Groß war der Beifall. Dass Jürgens auch eine bissig-satirische Seite hatte, zeigte von Zalejski unter anderem mit »Kurze Unterbrechung«, einer schon 1993 geschriebenen bitterbösen Satire auf das Privatfernsehen.

Das zweistündige Konzert im Theater Altes Hallenbad endete so wie in den letzten Jahren bei Udo Jürgens. Der verabschiedete sich mit einem Medley seiner großen Hits, das von den Fans einfach verlangt wurde. »Udo wusste, was er seinen Fans schuldig ist«, sagte von Zalejski. Sieben Lieder, darunter Klassiker wie »Aber bitte mit Sahne«, »17 Jahr, blondes Haar« und »Merci Cherie« bildeten ein furioses Finale, das von allen Besuchern stehend gefeiert wurde und zu zwei Zugaben führte. »Ich war noch niemals in New York« sangen alle mit, dirigiert von Zalejski, der sich mit dem schon 1973 veröffentlichten Udo-Song »Ein Narr sagt dankeschön« verabschiedete. Merci, Michael von Zalejski. (har)

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