Wetterau

Holzvermarktung weiter offen

Weil das Kartellamt die Vermarktung kommunalen Holzes durch Hessen Forst untersagt hat, müssen sich alle betroffenen Kommunen um alternative Absatzwege bemühen. Viele Gemeinden haben sich inzwischen zu diesem Zweck zusammengetan. Ober-Mörlen hat sich noch nicht entschieden, welchem Zusammenschluss es sich anschließen möchte. Daran hat auch der CDU-Antrag auf Beitritt zur bestehenden Holzagentur Taunus in der jüngsten Parlamentssitzung nichts geändert. Nach kurzem Gedankenaustausch wurde der Antrag zurückgenommen. Bürgermeisterin Kristina Paulenz (SPD) hatte ausgeführt, dass die Gremien ihr unlängst genehmigt hätten, mit verschiedenen Vertragspartnern Gespräche zu führen. Die seien noch nicht abgeschlossen, einen Beitritt halte sie im Moment für überstürzt. CDU-Vorsitzender Dr. Matthias Heil hatte die praktischen Vorzüge der Taunus-Agentur vor Augen geführt, lenkte dann aber ein - vorausgesetzt, die Rathauschefin finde zeitnah eine Lösung. Weitere Themen im Parlament:
16. August 2019, 20:17 Uhr
Annette Hausmanns
Noch steht nicht fest, wie die Gemeinde Ober-Mörlen künftig ihr Holz verkaufen wird. Gespräche mit verschiedenen Vertragspartnern liefen, sagt Bürgermeisterin Paulenz. 	(Foto: dpa)
Noch steht nicht fest, wie die Gemeinde Ober-Mörlen künftig ihr Holz verkaufen wird. Gespräche mit verschiedenen Vertragspartnern liefen, sagt Bürgermeisterin Paulenz. (Foto: dpa)

Weil das Kartellamt die Vermarktung kommunalen Holzes durch Hessen Forst untersagt hat, müssen sich alle betroffenen Kommunen um alternative Absatzwege bemühen. Viele Gemeinden haben sich inzwischen zu diesem Zweck zusammengetan. Ober-Mörlen hat sich noch nicht entschieden, welchem Zusammenschluss es sich anschließen möchte. Daran hat auch der CDU-Antrag auf Beitritt zur bestehenden Holzagentur Taunus in der jüngsten Parlamentssitzung nichts geändert. Nach kurzem Gedankenaustausch wurde der Antrag zurückgenommen. Bürgermeisterin Kristina Paulenz (SPD) hatte ausgeführt, dass die Gremien ihr unlängst genehmigt hätten, mit verschiedenen Vertragspartnern Gespräche zu führen. Die seien noch nicht abgeschlossen, einen Beitritt halte sie im Moment für überstürzt. CDU-Vorsitzender Dr. Matthias Heil hatte die praktischen Vorzüge der Taunus-Agentur vor Augen geführt, lenkte dann aber ein - vorausgesetzt, die Rathauschefin finde zeitnah eine Lösung. Weitere Themen im Parlament:

»Schlossgeist« : Eine Erhöhung des Pachtpreises fürs Bistro »Schlossgeist« auf monatlich 600 Euro lehnte die Gemeindevertretung mehrheitlich ab. Die CDU hatte sie aus Fairnessgründen und mit Rücksicht auf andere Wirtschaften im Ort gefordert. Ihr war bei der Antragstellung allerdings entgangen, dass die Pacht längst nicht mehr bei den ursprünglich vereinbarten 100 Euro liegt. Vielmehr zahle der Pächter seit geraumer Zeit 360 Euro im Monat, erläuterte Bürgermeisterin Paulenz. Die Entschuldigung seines CDU-Kollegen Heil wollte SPD-Chef Joachim Reimertshofer nicht annehmen.

Bauverpflichtung : Der CDU-Antrag auf eine vertragliche Bauverpflichtung (Inbetriebnahme binnen drei Jahren) für den Käufer eines Grundstücks im erweiterten Gewerbegebiet an der Boschstraße verlief komplett im Sand. Wie Bürgermeisterin Paulenz konterte, sei eine derartige Klausel sowieso bei allen Verträgen integriert, um Spekulationen vorzubeugen.

Seniorenzentrum : Die Anfragen von CDU und FWG bezüglich der geplanten Errichtung eines Seniorenzentrums im ersten Bauabschnitt des neuen Baugebiets Schießhütte II beantwortete Bürgermeisterin Kristina Paulenz mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen denkbar knapp: Derzeit gebe es zwei »Bewerberpaare« (Investor und Betreiber), die Mitte September dieses Jahres ihre Konzepte im Gemeindevorstand vorstellen werden. »Anschließend wird die Gemeindevertretung um eine Entscheidung gebeten.«

Pflanzkübel : Wie der Gemeindevorstand auf Anfrage der CDU mitteilte, werden die Pflanzkübel an öffentlichen Ortskernstraßen im Herbst mit pflegeleichten und für trockenes Klima geeigneten Pflanzen bestückt und je nach Situation durch Firmen, Bauhof oder Paten gepflegt. Bis Anfang des Jahres hatte Christina Herr die Kübel ehrenamtlich gepflegt, gab ihr Engagement dann aus gesundheitlichen Gründen auf.

Windelzuschuss : Nach Auskunft des Gemeindevorstands wird der vor Jahren eingeführte Windelzuschuss für Familien mit Kleinkindern oder inkontinenten Mitgliedern gut angenommen. Waren es 2016 noch 55 Fälle (43 Kleinkinder, zwölf Inkontinente), so lag die Zahl im vergangenen Jahr bei 75 (54/21) und heuer (Stand 31. Juli) bei zusammen 44 (32/12). Der jährliche Pauschalbetrag liegt bei 30 Euro, Anträge gibt es bei der Verwaltung oder online.

Glasfasernetz : Die Verlegung des Glasfasernetzes im Dorf schreite zügig voran, versicherte Paulenz auf Anfrage. Ein an den Straßen festgemachtes genaues Zeitfenster könne die ausführende Firma nicht festlegen - außer dem Ende der Arbeiten bis Mai 2020. Die Gemeinde werde die Arbeiten kontrollieren und erst abnehmen, wenn der alte Zustand wiederhergestellt sei.

Ratsinformationssystem : Fragen rund um die Aktivierung des Ratsinformationssystems beantwortete der Gemeindevorstand mit dem Hinweis darauf, dass alle 31 Gemeindevertreter eine entsprechende Vereinbarung unterschreiben müssten. Die Anschaffungskosten wurden auf 9700 Euro beziffert, die laufenden Kosten auf jährlich 2732 Euro. Eine praktikable Lösung soll bis Herbst vorgelegt werden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Holzvermarktung-weiter-offen;art472,619472

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