15. Mai 2019, 20:36 Uhr

Historischer Hingucker

15. Mai 2019, 20:36 Uhr
Symbolische Scheckübergabe der Spendensumme vor dem restaurierten St.-Georgs-Brunnen (v. l.): Johannes Kögler (Geschichtsverein), Ayse Asar, Kirsten Worms und Lothar Kreuzer.

Knapp zehn Monate lang sind all seine Einzelteile restauriert worden, nun schmückt er wieder den Hof der Friedberger Burg: Der St.-Georg-Brunnen erstrahlt nach aufwendiger Restaurierung in neuem Glanz. Am Mittwoch wurde das wertvolle Denkmal im Beisein vieler Gäste offiziell wieder in Betrieb genommen. Pünktlich zum Grußwort der hessischen Staatssekretärin im Kunstministerium, Ayse Asar, stellten die Techniker das Wasser an. Nach einer fünfjährigen Auszeit kommt der Brunnen somit auch wieder seiner Bestimmung als Springbrunnen nach.

Der barocke Brunnen aus dem Jahre 1738 mit dem Drachentöter Georg musste wegen vieler Schäden von Grund auf saniert werden. Die Finanzierung der Gesamtkosten von 255 000 Euro speist sich aus Mitteln des Kulturinvestitionsprogramms des Landes sowie aus Spenden von 50 000 Euro, die auf Initiative des Friedberger Geschichtsvereins zusammengekommen sind und das Vorhaben somit erst ermöglicht haben. »Der St.-Georg-Brunnen hat der Burg Friedberg schon immer einen besonderen Akzent verliehen« sagte die Staatssekretärin. »Er ist nicht nur ein schön anzusehender, in barocken Formen gestalteter Springbrunnen, sondern ein wertvolles Stück Geschichte.« Dieses kulturelle Erbe müsse man pflegen und für kommende Generationen erhalten. Besonderen Dank sprach Ayse Asar dem Geschichtsverein aus. »Ohne sie wäre diese Maßnahme gar nicht möglich gewesen«, ergänzte Bürgermeister Dirk Antkowiak.

Der Springbrunnen, den die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten betreut, war verwittert, durch unsachgemäße Benutzung beschädigt, das Treppenpodest durchwurzelt und die Wassertechnik veraltet, wie Ulrich Haroska, Leiter der Restaurierungsabteilung in der Schlösserverwaltung, anhand vom Bildmaterial verdeutlichte. Entsprechend aufwendig gestaltete sich die Restaurierung des Brunnens. Dieser wurde in seine Einzelteile zerlegt und restauriert - erst die Abdeckung des Brunnenrandes, dann die Wandsteine, die Sockelsteine und schließlich die Figur des Heiligen Georg. Zudem wurde die unterirdische Wasserversorgung erneuert. »In der kurzen Zeit von zehn Monaten«, wie die Direktorin der Schlösserverwaltung, Kirsten Worms, betonte. Die Steuerung der neu verlegten Wasserleitungen sei jetzt im Keller des angrenzenden Finanzamtes installiert. Lothar Kreuzer vom Geschichtsverein sprach über die Spendenaktion. Das Projekt hatte 2012 begonnen. Nach restauratorischen Voruntersuchungen durch die Schlösserverwaltung sagte der Geschichtsverein zu, zehn Prozent der benötigen Summe durch Spenden aufzubringen. Am Ende war es sogar ein Fünftel der Kosten. Zwei Wünsche habe Kreuzer noch, wie er erklärte. »Eine symbolische Abgrenzung des Brunnen«, um diesen unter anderem vor Vandalismus zu schützen. Ebenso empfahl Kreuzer zum Schutze des Brunnens eine Einhausung zur Winterzeit. Damit vor dem 300-jährigen Jubiläum keine weitere Restaurierung notwendig werde. (Foto: cor)

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