02. Juli 2019, 05:00 Uhr

Auf den Goldäckern

Hilferuf nach weiteren Parkplätzen

Verkehrsberuhigte Zone: Klingt gut, hat aber auch Nachteile. Wie Auf den Goldäckern in Nieder-Mörlen gibt es nur wenige Stellplätze. Jetzt protestieren Anwohner - auch weil Strafzettel verteilt werden.
02. Juli 2019, 05:00 Uhr
Mit dunkelgrauem Pflaster sind die wenigen Stellplätze in der Straße Auf den Goldäckern gekennzeichnet. Das Auto rechts ist reif für ein »Knöllchen«. (Foto: nic)

Viele Wohnungen, noch mehr Autos: In vielen Stadtvierteln Bad Nauheims gibt es diese Konstellation. Neben eigenen Stellplätzen auf den Grundstücken steht vielerorts genügend Parkraum an den Straßen zur Verfügung. Anders sieht das in einer verkehrsberuhigten Zone aus, wo Fahrzeuge nur auf eigens dafür markierten Flächen abgestellt werden dürfen. Ein Beispiel ist die Straße Auf den Goldäckern in Nieder-Mörlen. Dort gibt es jetzt massive Beschwerden, weil zu wenige Parkplätze für die zahlreichen Karossen existieren. Wer öfter eine Geldbuße ans Rathaus überweisen muss, ist irgendwann verärgert.

Das gilt zum Beispiel für einen Anwohner, der sich an die WZ gewandt hat. Er lebt mit seiner Frau in einem Mehrfamilienhaus. Das Paar hat zwei Autos, auf dem Grundstück steht ihnen aber nur ein Stellplatz zur Verfügung. »Ich komme nicht vor 19 Uhr von der Arbeit nach Hause. Dann sind die fünf markierten Parkplätze oberhalb der Einmündung Eichendorfstraße bereits belegt«, erzählt der Mann.

Sackgasse mit wenig Verkehr

Er sieht sich deshalb gezwungen, seinen Wagen anderswo am Straßenrand abzustellen, wodurch der Verkehrsfluss aber nicht gestört werde. Die Folge: Im Mai und Juni hat er einen Strafzettel bekommen. Am vergangenen Mittwoch wurde erneut kontrolliert. »Es kann nicht angehen, dass ich einmal pro Monat zahlen muss, obwohl wir bereits für den Bau der Straße mit einem vierstelligen Betrag zur Kasse gebeten wurden.«

Nach Ansicht des Anwohners wäre es problemlos möglich, im nördlichen Abschnitt der Straße fünf bis sechs weitere Parkplätze zu markieren, um die Situation zu entspannen. Bei der Straße handele es sich um eine Sackgasse mit wenig Verkehr. Seine Frau habe sich mit einer entsprechenden Bitte ans Rathaus gewandt - bislang ohne Erfolg. Die weit verbreitete Unsitte, Garagen mit Gerümpel vollzupacken und das Auto am Straßenrand abzustellen, spiele in dieser verkehrsberuhigten Zone keine Rolle. Es existiere einfach zu wenig Parkraum. »Besonders schlimm ist es oft an Wochenenden, wenn zu den Bewohnern Besucher kommen, die ihre Autos abstellen. Dann wird auch im Wendekreis geparkt«, berichtet der Mann.

Erster Stadtrat Peter Krank weiß um die angespannte Situation, zumal die markierten Stellplätze nicht nur den Bewohnern der verkehrsberuhigten Zone, sondern allen Fahrern zur Verfügung stehen. Nach Angaben des Verkehrsdezernenten wird der Vorschlag, dort weiteren Parkraum zu schaffen, derzeit geprüft. Er geht davon aus, dass sich alle Bauherren an die städtische Stellplatzsatzung - 1,5 Plätze pro Wohneinheit auf dem eigenen Grundstück - gehalten haben.

Kontrollen nur bei Beschwerden

So einfach, wie es sich der verärgerte Anwohner vorstelle, sei die Angelegenheit allerdings nicht. Zwar sei die Straße Auf den Goldäckern im Prinzip breit genug, um weitere Stellplätze auszuweisen. Es gebe aber viele Grundstückseinfahrten. »Würden wir auf der gegenüberliegenden Seite Parkplätze markieren, gäbe es ebenfalls Kritik.«

Wie der Erste Stadtrat betont, würden Mitarbeiter des Ordnungsamts in dieser Straße nicht von sich aus tätig, um »Knöllchen« zu verteilen. Vielmehr reagierten die Hipos auf Beschwerden von Anliegern. Oftmals blockierten widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge eben doch den Verkehr. »Ein Müllfahrzeug oder ein Lkw, der etwas anliefern muss, kommt nicht mehr durch«, nennt Krank zwei Beispiele. Zudem müsse die Stadtverwaltung immer den potenziellen Ernstfall im Blick haben. Würden Krankenwagen oder Feuerwehrfahrzeuge durch Falschparker blockiert, könnte das schlimme Folgen haben.

Wie die Prüfung ausgehen wird, kann der Verkehrsdezernent nicht voraussagen. Er appelliert aber an alle Bewohner dieser Straße, noch einmal auf ihrem Grundstück zu prüfen, ob dort weiterer Parkraum geschaffen werden kann.

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