22. Dezember 2017, 19:00 Uhr

Nepal-Projekt

Hilfe für verstoßene Kinder in Nepal

Ein Jahr ist es her, dass der ehemalige Bad Nauheimer Volker Henke im von Erdbeben erschütterten Nepal unterwegs gewesen ist. Jetzt ist er erneut dorthin gereist, um Kindern zu helfen.
22. Dezember 2017, 19:00 Uhr
Volker Henke hat im Dorf Giranchaur Freude und Dankbarkeit erlebt. Unten überreicht er einem Kind ein Päckchen mit Schulsachen. (Foto: pv)

»Nicht nur die Faszination der höchsten Berge der Welt, das Erleben einer einzigartigen Natur und Kultur, sondern auch der Wunsch, konkrete Hilfe zu leisten, ließ mich wiederholt dorthin aufbrechen«, hat Henke jüngst an die WZ-Redaktion geschrieben.

Nach Schulprojekten in den Jahren 2007 und 2009 führte ihn sein Wunsch zu helfen 2016 in das zu 80 Prozent zerstörte Dorf Giranchaur, das im Distrikt Sindhupalchok, dem am meisten von den Zerstörungen betroffenen Gebiet, liegt. Die neu errichtete Schule war kurz zuvor wieder eröffnet worden. »Es mangelte an allem. Meine Partnerin und ich konnten – Dank vieler Freunde, Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreicher Mitbürger – nahezu 260 Schüler mit einer neuen Schulausrüstung und das Lehrpersonal mit Lehrmaterialien ausstatten. Das war auch deshalb wichtig, weil diejenigen Kinder, die mehr als ein Jahr nicht mehr in die Schule gehen, meistens nie wieder eine Schule besuchen werden. Das wäre für Nepals Zukunft eine Katastrophe«, beschreibt Henke die Lage.

Problem mit Karma-Glaube

»Im März 2018 werden wir wiederum in dieses wundervolle Land reisen, um Freunde zu treffen, mit ihnen zusammen das nepalesische Neujahrsfest zu feiern, in den Bergen unterwegs zu sein und vor allem um auch wieder ein soziales Projekt zu unterstützen. Wir werden die momentan einzige soziale Einrichtung in Nepal für autistische Kinder, vielleicht auch mit Ihrer Hilfe, fördern.« Diese Kinder seien, wie beispielsweise auch die Blinden in diesem Kulturkreis, mit einem Stigma behaftet und von der Gesellschaft verstoßen. Im Glauben des Hinduismus hätten diese Betroffenen in früheren Leben zu viel schlechtes Karma angesammelt und würden aufgrund dessen in diesem Leben bestraft, erklärt Henke. Das bedeute für diese Kinder, versteckt vor der Öffentlichkeit ihr Leben in unwürdigen Zuständen verbringen zu müssen.

Kaum ein Wissen über die Erkrankung

Ein Wissen um diese Erkrankung und die Konsequenzen für die betroffenen Familien gebe es in Nepal kaum. Das solle mit diesem Projekt verändert werden. Es gehe konkret um Bildungsprogramme für Eltern zum Umgang mit autistischen Kindern, um die Organisation von Sensibilisierungskampagnen, Lern- und Weiterbildungsmaßnahmen für Schulmitarbeiter, Institutionen sowie Gesundheitspersonal, um das Thema Autismus, das »Anderssein«, begreifbar zu machen.

Langfristig solle Grund und Boden gekauft werden, um ein unabhängiges Kinderhaus errichten zu können. Henke: »Einen Teil zur Verwirklichung all dieser dringend nötigen Maßnahmen beizutragen, ist unser Herzenswunsch auf unserer erneuten Reise in dieses bitterarme, aber immer wieder faszinierende Land. Bitte helfen Sie uns zu helfen.«

Info

Spendenkonto

Weitere Infos gibt es unter www.autismnepal.org oder unter www.facebook.com/autismnepal.org oder www.autismcarenorwaynepal.org, außerdem bei Volker Henke unter der Telefonnummer 01 52/32 08 54 96, E-Mail an everest01@web.de. Ein Spendenkonto ist eingerichtet: Volksbank Odenwald e.V., IBAN: DE90508635130005262097, BIC: GENODE51MIC, Verwendungszweck: AutismNepal 2018.

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