08. August 2017, 20:30 Uhr

»Hier ist das Leben einfacher«

08. August 2017, 20:30 Uhr
Oswin Veith (r.) besucht den US-Austauschschüler Steven Legg (M.) und Gastfamilie Hess. (Foto: pv)

Steven Legg, amerikanischer Austauschschüler aus Boston, ist von der deutschen Lebensqualität beeindruckt. »Hier ist das Leben einfacher als bei uns in den USA«, berichtete er dem Wetterauer Bundestagsabgeordneten Oswin Veith, der ihn kürzlich bei seiner Gastfamilie in Wohnbach besucht hat, um sich über seinen Aufenthalt zu informieren. Seit Februar wohnt der Amerikaner, der im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses nach Deutschland gekommen ist, bei Familie Hess und versteht sich bestens mit seinen Gastgeschwistern Marie, Hendrik und Pascal.

Bevor er in die Wetterau kam, hatte er einige Monate bei einer anderen Familie im Raum Marburg gewohnt. Familie Hess lebte sieben Jahre in Kanada, alle Familienmitglieder sprechen daher Englisch. »Steven konnte bereits sehr gut Deutsch, als er zu uns kam, sodass wir unsere Englischkenntnisse kaum anwenden mussten«, berichtete die Gastmutter, die den Austauschschüler offensichtlich in ihr Herz geschlossen hat.

Obwohl er seine Freunde und seine Familie vermisse, fühle er sich in Deutschland sehr wohl, schätze die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen, liebe die gute deutsche Hausmannskost und das deutsche Schulsystem, das er nicht so stressig empfinde wie das in den Staaten. Legg besucht seit Februar die Singbergschule in Wölfersheim.

Ein anderes Bild von Deutschland

In diesem Jahr habe er viel über die deutsche Mentalität und Geschichte gelernt, die nicht dem Bild entsprächen, das man von Deutschland in seiner Heimat habe. Als er seinen Freunden mitgeteilt habe, er wolle für ein Jahr nach Deutschland gehen, sei er als »Nazifreund« tituliert worden. »Du bist Juniorbotschafter deines Landes und musst mithelfen, diese Vorurteile auszuräumen, damit sich das Bild von Deutschland verändert«, bat ihn Oswin Veith. Das werde er auf jeden Fall tun, versicherte der Stipendiat dem Bundestagsabgeordneten und erzählte ihm, dass er nun auch sein eigenes Land besser kennenlernen und in andere Staaten der USA reisen möchte.

Bisher kenne er nur seinen Heimatstaat Massachusetts. In Deutschland und Europa sei er viel gereist, habe München, Amsterdam und Paris gesehen. Vor allem die historischen Gebäude hätten ihm gefallen. Besonders beeindruckt sei er von Berlin und dem Deutschen Bundestag gewesen, sagt Steven. Vor der amerikanischen Botschaft habe er sogar die Kanzlerin gesehen, als sie mit Barack Obama zusammengetroffen sei.

In diesen Tagen wird der Amerikaner wieder in seine Heimat zurückkehren. Zunächst wird er zu einem Erfahrungsaustausch in Washington mit anderen Stipendiaten zusammentreffen und mit seinem »Congressman« sprechen, bevor er seine Familie und seine Freunde wiedersieht. Er wolle auf alle Fälle mit seiner deutschen Familie Kontakt halten, erklärt Steven. Die Gastgeschwister planen bereits einen Besuch in den USA.

»Am Anfang sagt man, es ist nur ein Jahr, am Ende ist es ein Leben«, sagte Steven zum Abschluss zu seinem Besucher. Veith wünschte ihm alles Gute für die Zukunft: »Komm gut nach Hause und nehme die positiven Eindrücke von Deutschland mit. Vor allem, halte Kontakt und komme wieder.«

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