14. Februar 2019, 20:38 Uhr

»Hessens längster Kuss« gefunden

14. Februar 2019, 20:38 Uhr
Sascha Piffko

Jüngst hat Sascha Piffko einen Vortrag im Kultur- und Geschichtsverein Oppershofen über die Projekte und Entwicklung seiner Firma zum Thema »Römer – Kelten – Steinzeitbauern« gehalten. Piffko ist Gründer der Firma Spaum, die archäologische Untersuchungen durchführt. Seine Ausgrabungsfirma tätigt jährlich bis zu 50 archäologische Projekte in Hessen, aber auch in anderen Bundesländern. Geophysikalische Methoden ermöglichten eine Erforschung von Denkmälern, ohne sie zu zerstören, wie es bei einer Ausgrabung der Fall sein könnte.

Spannende Funde in Mittelhessen

Zu den größten von Piffko organisierten Grabungen der letzten Jahre gehört die archäologische Untersuchung eines Baugebietes in Bruchköbel. Dort wurde eine römische Siedlung mit noch ungeklärter Funktion entdeckt. Gefunden wurden ein Grillrost des römischen Militärs, Münzen aus der Zeit Kaiser Hadrians (98 bis 11 n. Chr.), eine lederne Schuhsohle sowie gut erhaltene Hölzer zahlreicher römischer Brunnen, die zum Teil nun aufwendig konserviert werden. Auch kleinere Projekte haben bemerkenswerte Funde erbracht.

So entdeckte man in Rabenau-Odenhausen bei der Begleitung von Leitungsarbeiten das Grab eines Kleinkindes, das vermutlich ungetauft in unmittelbarer Nähe der Kirchenmauer beigesetzt wurde. Diese Sitte ist unter dem Namen »Traufbestattung« bekannt, bei denen das vom Kirchendach herabtropfende Regenwasser (Traufe) als segensreicher Ersatz für die Taufe angesehen wurde.

Jüngst sorgte die Firma auch im Fernsehen überregional für Aufregung, als in Hanau-Mittelbuchen die Bestattung mehrerer Personen in liebevoller Zusammengehörigkeit entdeckt wurde, die vor mehr als 5000 Jahren beigesetzt wurden. Der Fund wurde als »Hessens längster Kuss« getitelt.

Die Firma hat außerdem mit der Universität Gießen Lehrangebote für Studenten entwickelt, um die Arbeitspraxis des Archäologen zu vermitteln. So wurde eine Fläche im Gleiberger Land in der Nähe des Dünsbergs mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, wie Luftbildarchäologie, Geophysik und Feldbegehung, zuerst systematisch prospektiert, um dann eine kleine Fläche exemplarisch auszugraben. Gerade im letzten Jahr wurden bei den Grabungen eine große Menge an Relikten der Weltkriege ausgegraben, darunter Fliegerbomben, Panzer- und Handgranaten, die aufzeigen, wie gefährlich der Beruf des Archäologen sein kann. (Foto: pv)

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