14. August 2017, 07:00 Uhr

Im Stadener Park

Heiße Bühnenshows bei kühlen Temperaturen

Liebhaber des Blues pilgerten in den Stadener Park. Dort spielten die beiden Bands »Cosmix« und »The Blue Onions« für den guten Zweck. Und sie hatten auch gleich noch eine politische Botschaft.
14. August 2017, 07:00 Uhr

Wer den Blues liebt, fürchtet sich nicht vor dem Wetter. Allerdings tummelten sich bei der 17. Auflage von »Blue(s) statt Braun« weniger Besucher als im Vorjahr im Stadener Park. Trotz anhaltendem Regen bereute niemand der 500 bis 700 Gäste sein Kommen. Denn was die Bands »Cosmix« und »The Blue Onions« ablieferten, ließ den Herbst fast vergessen.

Live, umsonst und draußen war die jüngste Auflage der Benefiz-Veranstaltung überschrieben, deren Erlös dem Frauennotruf Wetterau zugute kommt. Engagiert warben Petra Claas und Renate Fleischer-Neumann mit ihrem Team für die gute Sache und sammelten Spenden der Besucher. Claas informierte über die Arbeit der Organisation, die im kommenden Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Entstanden aus der autonomen Frauenbewegung fand sie im Frauenzentrum Friedberg ihre Keimzelle. Die Arbeit der Beratungs- und Interventionsstelle ist noch heute auf Spenden angewiesen, daher zeigte man sich besonders dankbar, den Erlös dieses Benefizabends zu erhalten.

Fundiert ausgebildete und kompetente Mitarbeiterinnen arbeiten eng mit der Polizei zusammen, beraten und unterstützen von Gewalt betroffene Menschen. Alle Angebote sind kostenfrei. »Gewalt gegen Frauen betrifft alle Gesellschaftsschichten, alle Altersstufen, jedes Bildungsniveau und alle Nationalitäten«, erklärte Claas, »wir sprechen von der Dreiteilung des Gewaltbegriffs: physische Gewalt, psychische und sexualisierte Gewalt«.

 

Die Köpfe dampfen

 

Florstadts Kulturbeauftragte Karola Backes-Richter dankte den Helfern im Bauhof, die Split aufgeschüttet, Lichterketten gehängt und Marktbuden aufgebaut hatten, der Teutonia Staden für Speisen und Getränke sowie Andreas Lutz mit seinem Team am Flammkuchenofen.

Mit Vorschusslorbeeren startete »Cosmix« den musikalischen Teil und widmeten den ersten Titel »Some Kind of wonderful« gleich mal Bürgermeister Herbert Unger. Mit weiteren Cover-Versionen von »The Tide is high«, »Cocaine« oder »Proud Mary« sorgten sie für mächtig Stimmung, ehe Blues-Sänger Benny in Aktion trat.

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Die Cover-Band der Blues Brothers gibt alles. Und die nächste Generation tanzt schon kräft...

Nach der Umbaupause, die mit einer Versteigerung von vom »Kunst- und Kulturkreis Kraniche« gestifteten Gemälden und Kunstgegenständen überbrückt wurde, trat die Blues-Brother-Tributeband »The Blue Onions« auf. Es folgte eine extrem unterhaltsame zweistündige Show, die durch kurzweilige Einlagen gespickt war. Die Onions, die ähnlich wie im Blues-Brothers-Film alle »Blues« mit Nachnamen heißen, machten deutlich, dass sie mehr als eine Cover-Band für »Everybody needs somebody« sind. Wie bereits 2011, als sie ihren ersten Auftritt bei »Blues im Park« hatten, spielen sie seitdem in unveränderter Besetzung. Allerdings hat sich an der Performance viel geändert. Etliche Instrumental-Soli begeisterten die Zuhörer. Jake bestach durch bravourösen Gesang, Elwood mit Blues-Harp-Einlagen und eigenwilligen Tanzszenen. Die Show marschierte mit einem enormen Tempo, so dass die Köpfe der Frontmänner im Scheinwerferlicht dampften. Das Publikum zog den Hut vor diesem Rieseneinsatz.

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Die Cosmix sorgen für Stimmung.

Zudem sorgten die Showeinlagen für Begeisterung. Keyboarder Andre Blues konnte unbeirrt weiterspielen, während Jake und Elwood das Keyboard über die Bühne trugen. Echte Musik, mit Herzblut und Schweiß erschaffen, die erst nach 23 Uhr verklang.

Und doch blieb Zeit, das »Blue(s) statt Braun«-Motto zu unterstützen. Andre Blues erinnerte an die Filmszene »Wir hassen dieses Nazi-Gesocks« und rief dazu auf, zusammenzuhalten, zur Vielfalt der Menschen zu stehen und eine große Macht gegen die braunen Verführer zu sein. Und das ließ sich die Band mit einem mehrfachen »Halleluja« des Publikums bestätigen.

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