27. Juni 2019, 20:46 Uhr

Heiß begehrte Nachwuchskräfte

27. Juni 2019, 20:46 Uhr
Herumtollen im kühlen Nass - das ist bei der aktuellen Hitze auch im Usa-Wellenbad sehr gefragt. Damit dies möglichst sicher vonstatten geht, braucht es Fachangestellte für Bäderbetriebe und auch Schwimmmeister. (Fotos: Nici Merz)

Fröhliche Gesichter am Dienstag im Alten Hallenbad (aHa): Nachdem sie ihre Prüfungszeugnisse bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Gießen/Friedberg erhalten hatten, kamen 25 frischgebackene Fachangestellte für Bäderbetriebe mittags in die noch angenehm temperierte ehemalige Schwimmhalle des aHa in der Haagstraße. Die so spröde klingende Berufsbezeichnung ist nach der dreijährigen Lehre die Vorstufe zum Schwimmmeister. Und der ist inzwischen ein Mangelberuf (die WZ berichtete kürzlich). Der Landesverband Hessen im Bundesverband deutscher Schwimmmeister (BdS) hatte zu Sektempfang und geselligem Beisammensein eingeladen. Gekommen waren auch einige Schwimmmeister, die die Azubis betreut hatten, sowie Lehrer der Johann-Philipp-Reis-Berufsschule und Eltern von glücklichen Absolventen.

Durchfallquote 40 Prozent

Die Präsidentin des BdS Hessen, Michaela Fisseler-Weinrich, gratulierte den Prüflingen und berichtete, dass Ausbildung und Prüfung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe und für Schwimmmeister in Hessen zentral über die hiesige IHK und in 14-tägigem Blockunterricht in der Johann-Philipp-Reis-Schule und dem Usa-Wellenbad laufen. »Das heißt, so gut wie alle Bademeister Hessens haben ihren anspruchsvollen Beruf in der Kreisstadt gelernt.« - auch wenn sie aus Darmstadt oder wie etwa Kim Ackermann aus Fulda anreisen mussten. Ein Indiz dafür, dass den angehenden »Bademeistern« in der Prüfung nichts geschenkt wird und die Ausbildung vielseitig und anspruchsvoll ist, mag der Hinweis auf die Durchfallquote von rund 40 Prozent sein. Umso mehr freuten sich die erfolgreichen Teilnehmer über ihr IHK-Zeugnis, das ihnen eine Vollzeitstelle sichert. Die Umfrage ergab, dass die ehemaligen Azubis »mit Kusshand« von ihrem Schwimmbadlehrbetrieb übernommen werden. Nach einer wenigstens zweijährigen Praxiszeit können sich die neuen Fachangestellten für Bäderbetriebe weiter zum Schwimmmeister ausbilden lassen und dann selbstständig und als Vorgesetzte einen Badebetrieb führen. Das dauert allerdings nochmals ein Dreivierteljahr.

Wer es diesmal nicht geschafft hat, kann im Winter die Prüfung wiederholen. In der Prüfungsordnung gibt es sogenannte Sperrfächer, bei denen es kein Pardon gibt. Wer zum Beispiel das 300-Meter-Bekleidet-Schwimmen innerhalb von acht Minuten nicht schafft, Rettungsschwimmen mit schwerer Puppe oder die Wiederbelebungstechnik nicht beherrscht, fällt gnadenlos durch. Dazu kommen Fächer wie Chemie (Proben nehmen, Chlorierung, Wasserhygiene und Wasseranalyse), Rechtsfragen und Schwimmlehre in Theorie und Praxis. Ihren heiß geliebten Lehrern brachten die Geprüften ein Ständchen und übergaben Chemielehrer Dr. Lothar Schmidt ein T-Shirt mit der Aufschrift »Da stimmte die Chemie«. Mit einer Führung durch das Alte Hallenbad tauchten die Besucher in die Geschichte des imposanten Gebäudes ein, das 1909 zu einer Zeit errichtet worden war, als die Wasserhygiene darin bestand, dass man sich vor dem Sprung ins Becken in einer Badewannenzelle reinigen musste.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Absolventinnen und Absolventen
  • Auszubildende
  • Hallenbäder
  • Industrie- und Handelskammern
  • Lothar Schmidt
  • Prüfungszeugnisse
  • Schwimmhallen
  • Friedberg
  • Haimo Emminger
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos