11. März 2017, 06:00 Uhr

Vorsicht!

Harte Zeiten für Igel

Endlich Frühling! Doch Vorsicht: »Igelvadder« Otto Luzius warnt vor Gefahren im Frühjahr.
11. März 2017, 06:00 Uhr
Viele Igel werden zurzeit unsanft aus dem Winterschlaf geweckt. (Foto: sk)

Endlich Frühling. Sobald die ersten Sonnenstrahlen kommen, wird mit der Mistgabel der Laubhaufen entfernt oder endlich das alte Holz abgebrannt. Wer sich darüber gar nicht freut, ist Otto Luzius. Der Bad Nauheimer »Igelvadder« macht sich nämlich große Sorgen um seine Schützlinge, für die der Frühling alles andere als leicht ist.

»Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Igel bei uns landen, denen die Unterkiefer fehlen, die abgeschnittene Beine haben oder schwere Brandverletzungen.« Der Grund: Um Winterschlaf zu halten, verkriechen sich die stacheligen Tierchen gerne in Laubhaufen, unter Hecken oder unter Holzstapeln: »Weil es dort warm und trocken ist«, erklärt Luzius. Sobald sich der Winter verabschiedet, packt viele Menschen der Ehrgeiz, im Garten mal wieder »klar Schiff« zu machen. »Kaum jemand denkt dabei daran, dass sie mit Mistgabel oder Karst Tiere verletzen könnten, die sich im Garten verkrochen haben.« Um die Gefahr, sie zu verletzen, zu umgehen, hat der »Igelvadder« einen Tipp: »Laubhaufen immer erst mal vorsichtig mit dem Rechen auseinanderziehen, bevor man mit der Mistgabel reinhackt.«

Doch die Hobbygärtner sind eigentlich das kleinere Problem, sagt Luzius. Was für die Igel wirklich gefährlich ist: »Die Obst- und Flurbereinigungsfeuer, die im Frühjahr gemacht werden.«

Bedrohung durch Feuer

Selten werde das Holz umgeschichtet, so dass die Igel kaum eine Flucht-Chance hätten. Selbst wenn die eigentlich noch im Winterschlaf steckenden Tiere den Brand bemerkten, nehme eine Taktik vieler Landwirte ihnen jede Überlebenschance, sagt der »Igelvadder«: »Kaum einer gibt es zu, aber fast alle benutzen Brandbeschleuniger. Das kann man am schwarzen Rauch sehen.« So schnell wie das Holz sich durch Benzin, Spiritus und Co. entzünde, hätten die trägen Tierchen keine Chance, sich zu retten.

Übrigens: Wer aktuell einen reglosen Igel auf einer offenen Wiese entdeckt, kann davon ausgehen, dass er Hilfe braucht: »Viele bekommen durch Laubbläser buchstäblich die Decke unterm Hintern weggepustet und laufen orientierungslos durch die Gegend.« Wer helfen will, soll den Igel in einen 12 bis 14 Grad warmen Raum mitnehmen, ihm Wasser und einen Esslöffel Katzenfutter geben. »Die Menge kann man schrittweise steigern, aber ihn gleich am Anfang zu überfüttern, ist auch nicht gesund. « Generell gelte aber: Wer sich mit Igeln nicht auskennt, soll sich lieber an Igelpapa Luzius wenden, gerne gibt er Tipps und Hilfestellungen.

Otto Luzius ist unter der Telefonnummer 01 76/54 87 29 47 oder per E-Mail an Igelvadder@gmx.de zu erreichen.

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