25. April 2019, 20:21 Uhr

Handy-Spende für Gorillaschutz

25. April 2019, 20:21 Uhr
ZGF-Wildnisreferent Manuel Schweiger (l.) und Umweltschutzbeauftragter Rudi Nein werben für den Gorillaschutz und die Althandysammelaktion. (Foto: pv)

Seit etlichen Jahren sammeln die Stadtverwaltung und der ehrenamtliche Umweltschutzbeauftragte Rudi Nein alte Handys. Die ausrangierten Geräte werden verkauft und recycelt. Der Erlös kommt verschiedenen Umweltprojekten zugute, aktuell dem Gorillaschutz.

Im Bürgerbüro des Bad Nauheimer Rathauses können wieder defekte oder alte Handys, die nicht mehr in Gebrauch sind, abgegeben werden und einen guten Zweck erfüllen. Die ausgedienten Geräte landen in einer Sammelbox und werden nach Auskunft von Rudi Nein anschließend durch eine zertifizierte Stelle recycelt. Der Erlös geht an ein Schutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die damit den Lebensraum der extrem bedrohten Berggorillas im Kongo schützt.

»Es wird geschätzt, dass etwa 160 Millionen Handys in deutschen Schubladen schlummern. Würde man 100 Millionen Mobiltelefone recyceln, könnte man die gigantische Menge von 27 Tonnen Silber und 2,6 Tonnen Gold aus dem Prozess gewinnen, anstatt durch den Abbau Lebensraum von Tieren und Pflanzen, aber auch von indigenen Völkern zu zerstören«, erklärt der städtische Umweltschutzbeauftragte. Er organisiert die Althandysammlungen bereits seit etwa 13 Jahren und hat gezeigt, dass dadurch positive Wirkungen erreicht werden können.

Geld für Havel-Renaturierung

Dank umweltbewusster Bürger konnte Rudi Nein im Bürgerbüro, bei ihm zu Hause und bei Aktionen weit mehr als 4000 Handys in den Kreislauf der Handyproduktion zurückführen. Bislang kamen die Erlöse überwiegend dem NABU-Bundesverband zugute, der das Geld für die Renaturierung der Havel verwendete. Zeitweise wurde auch dem Naturschutzfonds Wetterau gespendet, der Storchennester aufstellt und betreut.

Seit diesem Jahr sammelt Rudi Nein die Handys für den Schutz der Gorillas. Seine langjährigen guten Verbindungen zur Zoologischen Gesellschaft Frankfurt mit persönlichen Kontakten zu Professor Bernhard Grzimek wurden durch den Umzug des ZGF-Wildnisreferenten Manuel Schweiger und seiner Familie nach Bad Nauheim aufgefrischt. Die ZGF kümmert sich im Virunga-Gebiet um Berggorillas, die zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Menschenaffen zählen. Es gibt dort nur noch etwas mehr als 1000 Tiere, etwa 600 davon leben im Virunga-Nationalpark im Herzen Afrikas. Dieses UNESCO-Weltnaturerbe ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt.

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