02. November 2018, 20:21 Uhr

Handwerkskunst zum Sitzen

02. November 2018, 20:21 Uhr
Die Firma Repp kann stolz auf ihre Lehrlinge sein: Sie sind beim Wettbewerb »Metallbau setzt Akzente« ausgezeichnet worden. Die Bänke sollen den Mitbürgern in Florstadt zugute kommen, v. l.: Bürgermeister Herbert Unger, Marco Naumann, Tim Schreiber und Alexander Repp. (Foto: pm)

Drei Auszubildende des Echzeller Metallbaubetriebs Repp sind beim landesweiten Wettbewerb »Metallbau setzt Akzente« ausgezeichnet worden. Neben Gewinner Florian Repp waren dies Kai Taudte und Tim Schreiber. Nun haben sie ihre Bänke aufgestellt: im Bingenheimer (die WZ berichtete), am Wölfersheimer See sowie am Saal Lux in Florstadt.

Wer derzeit auf der Suche nach einem guten Handwerksbetrieb ist, muss oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen Fachkräfte. Umso wichtiger ist es, dass Betriebe eine qualifizierte Ausbildung bieten – wie die Firma Metallbau Repp. Das Unternehmen beschäftigt 23 Mitarbeiter, darunter fünf Auszubildende. Einer von ihnen ist Kai Taudte, Auszubildender im dritten Jahr. Er fertigte für den Wettbewerb »Metallbau setzt Akzente« eine Bank aus Stahl und Aluminium an. Gemeinsam mit Geschäftsführer Alexander Repp übergab er die Bank nun als Spende an die Gemeinde Wölfersheim.

Bürgermeister Eike See gefiel die Bank sichtlich, die aus einem schlichten, aber handwerklich anspruchsvollen Stahlgestell besteht. Die Sitzfläche hat Taudte aus pulverbeschichtetem Aluminium hergestellt. »Es freut mich sehr, dass die Firma Repp sich dazu entschieden hat, uns als Gemeinde zu unterstützen. Noch mehr freut es mich, dass sie jungen Menschen eine Perspektive bietet«, sagte See. Die Bank werde Spaziergängern viele Jahre am See zur Verfügung stehen.

See nutzte die Gelegenheit, sich mit Repp über die Situation im Handwerk auszutauschen. Repp, Innungsobermeister der Metall-Innung des Wetteraukreises, sagte: »In den meisten Handwerksbetrieben ist es schwer, Nachwuchs zu bekommen. Deshalb freuen wir uns immer, wenn jemand ein Praktikum bei uns absolvieren möchte«, sagte Repp.

Auftragsbücher sind voll

Auch der wirtschaftliche Boom kam zur Sprache. So berichtete See von erfolglosen Ausschreibungen der Gemeinde, weil von 40 Betrieben nur einer ein Angebot abgegeben habe. Repp bestätigte: »Die Auftragsbücher der Betriebe sind in fast allen Bereichen sehr gut gefüllt. Ich denke, dass dieser Trend die nächsten Jahre anhalten wird. Wer sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet, der wird auch in Zukunft kein Problem haben, einen Arbeitsplatz zu finden.«

Auch mit Florstadts Bürgermeister Herbert Unger kam Repp ins Gespräch, als ein weiterer seiner Lehrlinge, der 18-jährige Tim Schreiber aus Hungen, der Stadt seine preisgekrönte, innovative Sitzbank stiftete.

Neben Worten des Dankes erläuterte Unger in Anwesenheit von Bauhofleiter Jens Johannsen und Mitarbeiter Marco Naumann, weshalb er sich bei dieser skulpturenhaft anmutenden Sitzgelegenheit für einen Standort im Hof des Saalbaus Lux in der Altenstädter Straße in Nieder-Florstadt entschieden habe. Besonders ältere Museumsbesucher und rauchende Besucher von Veranstaltungen im Saal Lux werden die Sitzgelegenheit in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Eingänge zu schätzen wissen, zumal es die moderne Konstruktion erlaubt, zwischen den beiden großzügig bemessenen Sitzplätzen Getränke oder Handtaschen abzustellen.

Nachdem der junge Konstrukteur und Erbauer, der sich nun im letzten Ausbildungsjahr befindet, noch eine Erinnerungsplakette an der Bank befestigt hatte, überreichte Unger ihm einen Einkaufsgutschein als Dankeschön. Schreiber und Repp wiederum freuten sich über die Wertschätzung, die man der handwerklichen Leistung durch die Wahl eines prominenten Standorts entgegenbringe.

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